FAQ Wiedereinstieg

Wichtige Fragen

zum Wiedereinstieg

Ab dem 6. Juli gelten neue Regelungen für den Breiten- und Freizeitsport in Hessen.
Neben dem bisher schon erlaubten Trainingsbetrieb und Wettkampfbetrieb sind damit unter Auflagen auch größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern wieder erlaubt, sofern diese unter den gleichen Bedingungen wie sonstige Veranstaltungen durchgeführt werden können.

Bei den Vorgaben zu Umkleiden wurde die Fünf-Quadratmeter-Regel gestrichen: Ab sofort wird nur noch auf die allgemein geltenden Abstandsregeln verwiesen.

Ab dem 6. Juli dürfen Vereins- und Versammlungsräume außerdem unter den bekannten Vorgaben zusätzlich wieder geöffnet werden. Damit wird der Sport nun den anderen Bereichen des öffentlichen Lebens gleichgestellt. Die Verordnungen der Landesregierung in der jeweils aktuellen Fassung finden Sie unter https://www.hessen.de/.

Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport hat Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Wiedereinstieg in den Trainings- und Wettkampfbetrieb zusammengestellt. Diese Liste wird sukzessive erweitert und/oder aktualisiert. Wurden Antworten auf bestehende Fragen überarbeitet oder ergänzt, ist dies dem Zusatz "aktualisiert: Datum" zu entnehmen.

 

(Stand 09-07-2020)

Unter welchen Voraussetzungen ist der Trainings- und Wettkampfsbetrieb gestattet?

Vorausetzung ist, dass der Sport alleine, in Gruppen von höchstens zehn Personen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes stattfindet. Dies orientiert sich an den allgemein gültigen Kontaktbeschränkungen. Bei größeren Gruppen muss gewährleistet sein, dass die Unterschreitung der Abstandsregel der oben genannten Systematik Rechnung trägt.

So können zum Beispiel 30 Personen im Rahmen einer gemeinsamen Trainingseinheit joggen gehen, wenn die jeweiligen Trainingsgruppen, die den Mindestabstand von 1,5 Metern unterschreiten, maximal zehn Personen umfassen. Gleiches gilt für das Training von Spielsportarten, aber auch für z. B. Ferienangebote von Sportvereinen oder anderen Anbietern. Die gleiche Systematik gilt für den Wettkampfbetrieb.

Mannschaftssportarten, bei denen sich maximal zehn Sportlerinnen oder Sportler auf einem gemeinsamen Spielfeld befinden, sind damit seit dem 11. Juni zulässig. Schiedsrichter oder Wettkampfrichter, Auswechselspieler, Trainer oder Betreuer werden nicht in die Personenzahl mit eingerechnet, sofern diese stets mindestens 1,5 m Abstand halten.

Gleiches gilt auch für Ferienangebote von Sportvereinen oder anderen Anbietern.
 

Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass

  • nur die persönliche Sportbekleidung und -ausrüstung einschließlich Badeschuhen, Handtüchern und ähnlichem verwendet wird.
  • in den Toiletten ein Hinweis auf gründliches Händewaschen angebracht ist und darauf geachtet wird, dass ausreichend desinfizierende Seife und nicht wiederverwertbare Papierhandtücher zur Verfügung stehen.
  • die Vorgaben für Sanitäranlagen und Gastronomiebereiche eingehalten werden. Prinzipiell können Dusch- und Umkleideräume, Waschräume, Gaststätten- und Gastronomiebereich sowie Toiletten können geöffnet werden (siehe dazu weitere Fragen).
  • die Steuerung des Zutritts zu Sportanlagen unter Vermeidung von Warteschlagen erfolgt. Risikogruppen im Sinne der Empfehlung des Robert-Koch-Institutes dürfen keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt sein.

(aktualisiert: 03-07-2020)

Unter welchen Voraussetzungen sind Sportveranstaltungen erlaubt?

Sportveranstaltungen sind nur erlaubt, wenn

  • der gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten werden kann, sofern keine geeigneten Trennvorrichtungen vorhanden sind; das heißt jeder Einzelne muss zu anderen Personen Abstand halten, ausgenommen zwischen Angehörigen zweier Hausstände oder innerhalb von Gruppen von 10 Personen; darüber hinaus muss der Veranstalter die räumlichen Gegebenheiten so ausgestalten, dass das Abstandhalten auch möglich ist; ein kurzes Unterschreiten des Mindestabstandes, um beispielsweise sitzende Personen zu passieren, ist zulässig,
  • geeignete Hygienekonzepte entsprechend den allgemeinen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene, Steuerung des Zutritts sowie Verlassen des Veranstaltungsorts (z. B. durch Leitsysteme und Wegeführungen) und der Vermeidung von Warteschlangen (z. B. durch elektronisches Platz- und Bezahlmanagement) getroffen und umgesetzt werden,
  • Aushänge zu den erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen gut sichtbar angebracht sind,
  • in der Regel jeder Person drei Quadratmeter der begehbaren Fläche zur Verfügung steht. Von dieser Regel kann jedoch abgewichen werden. Sofern der Richtwert von drei Quadratmetern pro Person unterschritten werden soll, muss nachgewiesen werden wie der Mindestabstand von 1,5 Metern anderweitig eingehalten werden kann
  • Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Ermöglichung der Nachverfolgung von Infektionen von der Veranstalterin oder dem Veranstalter erfasst werden.
     

Wo liegt die Obergrenze der Teilnehmerzahl an Sportveranstaltungen?

Die Teilnehmerzahl darf 250 nicht übersteigen (Regelobergrenze). Teilnehmende sind Gäste, nicht Beschäftigte und Mitwirkende. Die Regelobergrenze gilt für die tatsächlich anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auf die mit den Gesundheitsbehörden abgestimmten arbeitsschutzrechtlichen Konzepte der Berufsverbände, z. B. im Falle der Theater, wird ebenfalls verwiesen. Aus Gründen der Kontrollierbarkeit des Hygienekonzepts durch zuständige Behörden sollte dieses schriftlich während der Veranstaltung verfügbar sein und eine verantwortliche Person ausweisen. 

Die erfassten personenbezogenen Daten sind für die Dauer eines Monats ab Beginn der Veranstaltung geschützt vor Einsichtnahme durch Dritte für die zuständigen Behörden vorzuhalten und auf Anforderung diesen zu übermitteln sowie unverzüglich nach Ablauf der Frist zu löschen oder zu vernichten. Bei offenkundig falschen Angaben (Pseudonymen, „Spaßnamen“) ist auf die korrekte Angabe der personenbezogenen Daten hinzuwirken oder vom Hausrecht Gebrauch zu machen.
 

Gibt es Ausnahmen für Versammlungen von Sportvereinen und -verbänden?

Die zuständige Behörde kann ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl gestatten, wenn sie eine kontinuierliche Überwachung der Einhaltung der Voraussetzungen gewährleisten kann. Es ist ein strenger Beurteilungsmaßstab heranzuziehen und dabei sind insbesondere die Größe des Veranstaltungsraums und die Möglichkeit seiner Belüftung bzw. die Größe des Veranstaltungsareals und die örtlichen Gegebenheiten im Einzelfall zu berücksichtigen. Daneben ist auch die Art der Veranstaltung von Bedeutung. So bieten Veranstaltungen, bei denen beispielsweise gemeinsam (laut) gesungen wird, ein höheres Infektionsrisiko als Veranstaltungen, bei denen gemeinsam meditiert wird. Auch bei Veranstaltungen, die hauptsächlich sitzend unter Einhaltung des Mindestabstands, mit wenigen Personenkontakten und geringer Tröpfchen- oder Aerosolbildung stattfinden (z. B. Mitgliederversammlungen von Vereinen etc.), ist das Infektionsrisiko geringer einzuschätzen als bei dynamischen Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bewegung sind und wechselnde Kontakte haben (z. B. Ausstellungen im Sinne der Gewerbeordnung). 

Sind Zuschauer im Trainings- und Wettkampfbetrieb gestattet?

Ab dem 6. Juli sind Zuschauer bei Sportwettkämpfen wieder erlaubt. Für Zuschauer gilt laut Verordnung § 1 Abs. 2b Satz 1. Das sind die gleichen Vorgaben, die auch für Veranstaltungen gelten (siehe vorangehende Frage). Die allgemeinen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene sind zu beachten.

(aktualisiert: 03.07.2020)

Sind Testspiele zur Saisonvorbereitung in den Mannschaftssporten wieder möglich?

In Hessen dürfen weiterhin nur Berufssportler ihrem Beruf nachgehen und auf dieser Grundlage Testspiele zur Saisonvorbereitung bestreiten. Das heißt, ein Fußball-Regionalligist darf etwa gegen einen Liga-Konkurrenten oder einen Drittligisten spielen. Ein Testspiel gegen einen Verbandsligisten oder einen tieferklassigen Verein bleibt untersagt. Mannschaften aus dem Bereich Breiten- und Freizeitsport sind Testspiele untersagt, wenn ihre Mannschaftsgröße fünf Personen übersteigt. Hier gilt die Regel, dass maximal zehn Personen zusammen in einer Gruppe Sport treiben dürfen – auch im Wettkampfbetrieb. Etwa im Tennis oder Beachvolleyball.

Sind Fahrgemeinschaften zu Trainings- und Wettkampfstätten möglich?

Im Sport sind Gruppen bis zu zehn Personen gestattet, die den Mindestabstand von 1,50 Metern unterschreiten dürfen. Dementsprechend sind auch Fahrgemeinschaften zu Trainings- und Wettkampfstätten erlaubt, bei denen nicht mehr als zehn Insassen in einem Kfz (Bus) sitzen. Es wird empfohlen, während der gemeinsamen Autofahrt einen Nasen-Mund-Schutz zu tragen.

Sportstätten und Sport im Freien

Sind alle Sportstätten wieder geöffnet?

Seit dem 15. Juni dürfen auch Schwimmbäder wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Damit können inzwischen alle Sportstätten von ihren jeweiligen Betreibern wieder geöffnet werden.

Fitnessstudios (Bereiche mit Geräten für Kraft- und Ausdauersport) müssen neben der Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln auch ein umfassendes Hygienekonzept nach § 2 Abs. 3, Satz 1, einhalten.

Ist Schwimmsport wieder möglich?

Sämtliche Schwimmbäder, Freibäder, Badeseen, Thermalbäder, Saunen und ähnliche Einrichtungen können für den Publikumsverkehr seit dem 15.6.2020 geöffnet werden. Es kann Badebetrieb unter den nachfolgend aufgeführten Auflagen stattfinden.  Weiterhin erlaubt ist die Durchführung von Schwimmkursen und der Trainingsbetrieb von Sportvereinen. Die Schwimmkurse dürfen von allen Anbietern im Rahmen dieser Öffnung wieder angeboten werden. Unter Schwimmkursen werden auch sonstige Kursangebote im Schwimmbad gefasst, also auch Aquajogging, Wassergymnastik, etc. Die geltenden Abstands- und Hygieneregeln sind dabei strikt einzuhalten. Schließfächer und Spinde zur Aufbewahrung von Taschen und Wertgegenständen können genutzt werden, sowie die sanitären Anlagen unter Auflagen. Die Entscheidung über die Öffnung der Schwimmbäder obliegt ausschließlich den jeweiligen Betreibern.

Was ändert sich ab dem 6. Juli im Bereich der Schwimmbäder?

Bei den Vorgaben zu Umkleiden wurde die Fünf-Quadratmeter-Regel gestrichen, ab sofort wird nur noch auf die allgemein geltenden Abstandsregeln verwiesen.

Welche Regularien gelten für den Bade- und Saunabetrieb?

Schwimmbäder, Badeanstalten an Gewässern und ähnliche Einrichtungen dürfen nur betrieben werden, wenn 

  • er entweder nur gemeinsam mit Personen, denen der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum nach § 1 Abs. 1 Satz 1 gestattet ist, oder kontaktfrei beziehungsweise unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern zu anderen Personen ausgeübt wird,
  • nur die persönliche Sportbekleidung und -ausrüstung einschließlich Badeschuhen, Handtüchern und ähnlichem verwendet wird,
  • Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten, durchgeführt werden,
  • bestehende Hygienekonzepte für Umkleideräume, Wechselspinde, Schließfächer und sanitäre Anlagen eingehalten werden und sichergestellt ist, dass das Abstandsgebot nach § 1 Abs. 1 dort eingehalten werden kann,
  • der Zutritt zur Sportstätte unter Vermeidung von Warteschlangen erfolgt und
  • Risikogruppen im Sinne der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt werden,
  • die Betreiberin oder der Betreiber ein anlagenbezogenes Hygiene- und Zugangskonzept erstellt und einhält, welches auch eine Reinigung der sanitären Anlagen und Umkleideräumlichkeiten in kurzen Intervallen vorsieht, und wenn die Einhaltung der Vorgaben des Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 überwacht wird,
  • durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Steuerung der Besucherzahlen und der sich gleichzeitig in den Becken aufhaltenden Personen, sichergestellt wird, dass der nach § 1 Abs. 1 gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, sofern keine geeigneten Trennvorrichtungen vorhanden sind; jeder Person sollen drei Quadratmeter zur Verfügung stehen.

 

Saunen und Saunabereiche dürfen betrieben werden, wenn

  • durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Steuerung der Besucherzahlen sichergestellt ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, sofern keine geeigneten Trennvorrichtungen vorhanden sind,
  • die Betreiberin oder der Betreiber ein anlagenbezogenes Hygienekonzept erstellt und einhält, welches auch eine Reinigung der sanitären Anlagen und Umkleideräumlichkeiten in kurzen Intervallen vorsieht,
  • bestehende Hygienekonzepte für Umkleideräume, Wechselspinde, Schließfächer und sanitäre Anlagen eingehalten werden und sichergestellt ist, dass das Abstandsgebot nach § 1 Abs. 1 dort eingehalten werden kann.

Wie verhält es sich mit dem Schwimmen in Badeseen oder fließenden Gewässern?

In Badeseen, Stauseen oder Weihern findet öffentlicher Badebetrieb ausschließlich an den dafür vorgesehenen Stellen (Badeanstalten) statt. Schwimmen an dafür nicht vorgesehenen Stellen von Badegewässern oder in Flüssen geschieht auf eigene Gefahr und sollte ohnehin unterlassen werden.

Kann ich meine Sportangebote auf öffentliche Flächen verlegen?

Prinzipiell ja. Wenn Sportangebote von der Halle auf öffentliche Flächen (Parks, Grünflächen etc.) verlegt werden, sollte vorher jedoch Rücksprache mit der Kommune gehalten werden, ob diese Flächen genutzt werden dürfen.

(Antwort aktualisiert am 10.6.2020)

Wer ist für die Öffnung von bisher geschlossenen Sportstätten zuständig?

In der Regel ist derjenige zuständig, der die Sportstätte unterhält oder betreibt. Häufig ist das die Kommune. Bei vereinseigenen Sportstätten sind die Vereine zuständig.

Grunsätzlich bedarf es - nach Freigabe des Breitensports und Freizeitsports durch das Land Hsesen - keiner weiteren Regelung mehr durch die Kommunen in Hessen, es sei denn es handelt sich um eine kommunale Sportstätte.

Die kommunalen Behörden vor Ort können aber in ihrer Zuständigkeit auch bei vereinseigenen Sportstätten jederzeit dafür sorgen und kontrollieren, dass alle Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingehalten werden. Beim Vollzug durch die Kommunen ist in der Regel das Gesundheitsamt zuständig. Es können auch die Ordnungsbehörden der Kommune tätig werden, um etwa eine bestehende Gefahrensituation abzuwenden.

Darf Sport in nicht ausgewiesenen Sportstätten (Dorfgemeinschaftshäuser, Gemeindezentren, etc.) durchgeführt werden?

Prinzipiell ja. Die Entscheidung, ob das jeweilige Gebäude geöffnet wird, obliegt aber dem Betreiber. Bei Dorfgemeinschafts-/Bürgerhäusern etc. ist dies in der Regel die Kommune. An den jeweiligen Betreiber sollten sich Vereine auch wenden, um die Nutzungsvoraussetzungen sowie das entsprechende Hygienekonzept zu erfragen. Eine formale Erlaubnis der Kommune bzw. des Betreibers ist jedoch nicht notwendig, wenn ein Verein dort schon vor Corona-Pandemie regelmäßig seinen Sportbetrieb abgehalten hat. Die Verordnung und der entsprechende Erlass gestatten das.

Welche Einschränkungen und Vorgaben gelten für den Breitensport in Sporthallen?

Für den Sportbetrieb in Hallen („gedeckte Sportanlagen“) gelten neben den oben ausgeführten Bestimmungen (insbesondere für Umkleiden) keine weiteren Einschränkungen bezüglich der Personenzahl (Sportreibende und Übungsleiter). Gerade der Gesundheits- und Reha-Sport und eine Vielzahl von Sportangeboten des Breitensports, vor allem im größten hessischen Sportfachverband, dem Turnverband, finden in Sport und Gymnastikhallen statt. Das ist jetzt wieder möglich.

(aktualisiert am 10.06.2020)

Hygienevorgaben und -konzepte

Muss ein Hygienekonzept für die Wieder-Inbetriebnahme vorhanden sein?

Ob die Beachtung der sportartspezifischen Verbandskonzepte ausreicht oder eigene Konzepte entwickelt werden, liegt in der Verantwortung des jeweiligen Betreibers einer Sportstätte und ist immer sportartspezifisch zu beantworten. Die entsprechenden Informationen und Dokumente finden Sie auf der Webseite des DOSB. Dort können auch die Hygieneleitlinien des Robert-Koch-Instituts eingesehen werden.

Darüber hinaus gibt es weitere hilfreiche Informationen, die bei der Erarbeitung eines Hygienekonzepts helfen können:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden?

Die Verantwortung liegt beim Betreiber der Sportstätte, also beim Verein, der Kommune oder dem privaten Unternehmer, der ein Sportangebot für Kunden anbietet.

Wer muss die Einhaltung der Hygienevorgaben kontrollieren und wie?

Ob die Auflagen nur stichprobenartig oder durchgehend kontrolliert werden, liegt ebenfalls in der Verantwortung des Betreibers, also der Kommune oder dem Verein – und ist nur sportartspezifisch zu beantworten. Hier hilft ein Blick auf die Regelungen auf der DOSB-Homepage sowie die Hygieneleitlinien des Robert-Koch-Instituts.

Sanitäranlagen und Umkleiden

Dürfen sanitäre Anlagen (Dusch- und Waschräume, Toiletten) geöffnet werden?

Umkleideräume, Wechselspinde, Schließfächer und sanitäre Anlagen dürfen unter Einhaltung bestehender Hygienekonzepte genutzt werden und wenn sichergestellt ist, dass das Abstandsgebot nach § 1 Abs. 1 dort eingehalten werden kann. Dies gilt auch in Fitnessstudios, Sportanlagen, Schwimmbädern und Saunen.

Besteht Legionellengefahr, wenn sanitäre Anlagen wie Toiletten nach langer Pause wieder geöffnet werden?

Ganz generell gilt: Wird eine Vereinsanlage eine gewisse Zeit lang nicht oder nur sehr unregelmäßig genutzt, kann das zur Verkeimung der vorhandenen Trinkwasseranlagen mit Legionellen führen. Der Grund: Der bei der Planung der Trinkwasseranlagen zugrunde gelegte regelmäßige Austausch in den Wasserleitungen ist nicht mehr sichergestellt. Dadurch wird das Risiko der mikrobiellen Verkeimung des Trinkwassers mit Legionellen und anderen pathogenen Keimen stark erhöht.

Was ist zu tun?

Nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung, die sich ebenso wie die erlassenen Rechtsverordnungen zum Corona-Virus auf den Infektionsschutzgesetz beruft, ist in Trinkwasser-Installationen der bestimmungsgemäße Betrieb jederzeit sicherzustellen. Dafür hätten Vereine auch während der "Corona-Pause" in ihren Anlagen eine bestimmungsgemäße Nutzung simulieren müssen - indem die Entnahmestellen spätestens alle 72 Stunden mindestens bis Erreichen der Temperaturkonstanz genutzt bzw. gespült wird, damit das in den Leitungen befindliche Trinkwasser ausgetauscht wird.

Wurde dieser Vorgabe nicht (dauerhaft) gefolgt, gelten nun folgende Vorgaben:

  • Bei Betriebsunterbrechungen von mehr als 3 Tagen sind vorbeugende und nachsorgende Maßnahmen zu organisieren, um einen technisch und hygienisch einwandfreien Zustand der Trinkwasser-Installation sicherzustellen.
  • Nach den Vorgaben der neuen Richtlinie VDI 6023-3/3810-2 kann bei Trinkwasser-Installationen, welche länger als 72 Stunden nicht genutzt werden, zu Beginn der Betriebsunterbrechung die jeweilige Absperreinrichtung geschlossen werden. Sollen die Leitungen nicht abgesperrt und weiterhin gespült werden, kann es je nach geplanter Dauer der Betriebsunterbrechung sinnvoll sein, die Warmwasserbereitung abzuschalten. Wenn die Warmwasserbereitung abgestellt werden soll, muss diese sofort kalt ausgespült werden. Damit wird verhindert, dass sich die Warmwasserleitungen langsam auf den für Legionellen günstigen Temperaturbereich abkühlen. Die Zirkulationspumpe sollte während der Spülmaßnahmen trotzdem in Betrieb bleiben, um den Wasseraustausch zu gewährleisten.
  • Bei Betriebsunterbrechungen ab 4 Wochen sollte die Wasserversorgung generell abgesperrt und die Zirkulationspumpe abgeschaltet werden.
  • Bei Wieder-Inbetriebnahme nach spätestens 7 Tagen genügt es, das Wasser mindestens fünf Minuten fließen zu lassen. Wichtig ist hierbei, mehrere Entnahmestellen gleichzeitig zu öffnen, um für eine genügend starke Durchströmung der Verteilleitungen zu sorgen. Die Spülung wird getrennt sowohl in der Kalt- als auch in der Warmwasserleitung durchgeführt.
  • Bei Wiederinbetriebnahme nach maximal 4 Wochen ist ein vollständiger Wasseraustausch an allen Entnahmestellen durch Spülung mit Wasser nach Vogaben des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches)-Arbeitsblatt 557 durchzuführen.
  • Sollte die Unterbrechung länger als einen Monat dauern, sind zusätzliche mikrobiologische Kontrolluntersuchungen auf allgemeine Keimzahl und auf Legionellen durchzuführen. Dies gilt sowohl für Kalt- als auch Warmwasserleitungen! WICHTIG: Die Untersuchungen werden nur von zugelassenen Instituten durchgeführt. Gerne benennt der Landessportbund Hessen e.V. (Kontakt siehe unten) ein entsprechendes Institut.
  • Ist eine Stilllegung von mehr als 6 Monaten abzusehen, ist sogar die Anschlussleitung durch das Wasserversorgungsunternehmen abzutrennen und zur Wiederinbetriebnahme gemäß DIN EN 806-4 vorzugehen.


Sollten Sie weitere Fragen haben oder Hilfe benötigen, steht lsb h-Energie- und Sportstättenberater Matthias Schwing, Tel: 069 6789-330, Fax: 069 6789-428, E-Mail: mschwing@remove-this.lsbh.de, gerne zur Verfügung.

Quellennachweis: Deutscher Verein der qualifizierten Schaverständigen für Trinkwasserhygiene e.V. (DVQST), Alexandra Bürschgens, Pressereferentin/Schriftführerin

Müssen die Toiletten in den Sportstätten regelmäßig desinfiziert werden?

Eine routinemäßige Flächendesinfektion in häuslichen und öffentlichen Bereichen, auch der häufigen Kontaktflächen, wird vom Robert Koch Institut auch in der jetzigen COVID-Pandemie nicht ausdrücklich empfohlen. Hier ist die angemessene Reinigung das Verfahren der Wahl, siehe: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Reinigung_Desinfektion.html

Wird eine Desinfektion im Einzelfall als notwendig erachtet, so sollte diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, d.h. die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, ist weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können. Auch Raumbegasungen zur Desinfektion sind hier grundsätzlich nicht erforderlich.

Allgemeine Hinweise hierzu finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/toilettenhygiene.html#c6432

Organisatorisches

Wer organisiert die Belegung der Sportanlagen, um eine größere Menschansammlungen zu vermeiden?

Auch das muss der Veranstalter des Sportbetriebs regeln. In der Regel wird das der Verein sein. Oder der Anbieter etwa von Rücken-Fitness-Kursen oder anderen Kursen. Das Verfahren ist je nach Sportart sehr unterschiedlich zu bewerten. Das Abstandsgebot und die Hygienevorschriften sind dabei dringend zu beachten.

Sind Zugangskontrollen zu den wiedereröffneten Sportanlagen vorgeschrieben?

Nein, diese sind nicht zwingend vorgeschrieben. Die Steuerung des Zutritts zu Sportanlagen muss unter Vermeidung von Warteschlagen erfolgen. Risikogruppen im Sinne der Empfehlung des Robert-Koch-Institutes dürfen keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt sein.

Müssen/Dürfen Vereine eine Teilnehmendenliste zur Nachverfolgung der Infektionsketten führen?

Schon aus Versicherungsgründen ist es sinnvoll, beim Training Teilnehmerlisten zu führen. Gerade jetzt geht es außerdem darum, Infektionsketten nachverfolgbar zu machen. Viele Spitzenverbände empfehlen deshalb, bei der Wiederaufnahme des Sportbetriebs in angepasstem Rahmen Teilnehmendenlisten zu führen. In diesen Listen werden in den meisten Fällen jedoch nicht nur die Namen der Trainierenden dokumentiert, sondern es wird auch der Gesundheitszustand der Teilnehmenden abgefragt. Dies ist jedoch nicht zulässig, wie der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit mitgeteilt hat. „Keinesfalls dürfen Gesundheitsdaten erfasst werden, wie z.B. in der Form, dass man Kinder und Jugendliche nach Krankheitssymptomen befragt und dies dokumentiert. Gleiches gilt für Erwachsene“, heißt es im Schreiben des Datenschutzbeauftragten. Diese Vorgabe muss umgesetzt werden.

Weiterhin weist der Datenschutzbeauftragte darauf hin, dass es keine gesetzliche Pflicht gibt, Teilnehmendenlisten für den Trainingsbetrieb zu führen. Dies bedeutet aber nicht, dass Vereine keine Listen führen sollten. Im Gegenteil: Der Landessportbund Hessen e.V. rät dringend zur Beibehaltung der Teilnehmendenlisten.

Die Rechtsgrundlage, die den Vereinen die Führung solcher Listen gestattet, ergibt sich aus dem Art. 6 Abs. 1 lit. f)  der Datenschutzgrundverordnung. Streng auszurichten hat sich der Verein aber auf die Grundsätze von Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit. Das heißt, dass sich der Inhalt der Listen auf wenige Merkmale zu beschränken hat. Diese sind:
Name und Vorname, Tag des Trainings, Ort des Trainings, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Der Umgang mit den Daten hat sorgfältig zu erfolgen. Die Listen sind vor dem Zugriff unbefugter Dritter zu schützen und ihre Aufbewahrung soll den Zeitraum von einem Monat nicht überschreiten.

Das vollständige Schreiben des Datenschutzbeauftragten können Sie hier herunterladen.

Sollten Vereine für alle Nutzer der Sportstätte eine Belehrung über die Verhaltens- und Hygienestandards durchführen und protokollieren?

Es ist nicht verpflichtend vorgesehen, hierüber Protokoll zu führen. Unbestritten ist jedoch, dass Verhaltens- und Hygieneregeln besser im Gedächtnis bleiben, wenn man sie verschriftlicht an die Teilnehmer aushändigt und sich die Verpflichtung zur Einhaltung per Unterschrift bestätigen lässt.  

Sollte/Darf man die Teilnehmenden einen Fragebogens zum SARS-CoV-2 Risiko ausfüllen lassen?

Einige Spitzenverbände haben in ihren Handlungsempfehlungen dazu geraden. Konkret würde das bedeuten, jeden Nutzer der Sportanlage vor jeder Trainingseinheit einen Fragebogen zum SARS-CoV-2 Risiko ausfüllen zu lassen. Genau dies ist laut dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit jedoch nicht zulässig: „Keinesfalls dürfen Gesundheitsdaten erfasst werden, wie z.B. in der Form, dass man Kinder und Jugendliche nach Krankheitssymptomen befragt und dies dokumentiert. Gleiches gilt für Erwachsene“, heißt es in einem entsprechenden Schreiben.

Das vollständige Schreiben können Sie hier herunterladen.

Haftung

Können Vereine haftbar gemacht werden, wenn Sporttreibende sich beim Sport im Verein mit COVID-19 infizieren?

Durch die Öffnung des Sportbetriebes ist es nicht ausgeschlossen, dass sich Personen dabei mit dem Coronavirus infizieren. Vorstände stellen sich die Frage, ob sie dann haftbar gemacht werden können.

Die Haftung wegen einer Infektion einer Person mit COVID-19 setzt eine Sorgfaltspflichtverletzung auf Seiten der Verantwortlichen voraus. Insofern hat der Vorstand alle Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich und geeignet sind, eine Verbreitung des Virus und eine Infektion der Teilnehmer*innen beim Sportbetrieb des Vereins zu verhindern. Hierzu zählen geeignete Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen zur Hygiene, Steuerung des Zutritts und Gewährleistung eines Mindestabstands. Die jeweils zu treffenden Maßnahmen hängen von örtlichen Begebenheiten, sind sportartspezifisch zu treffen und hängen demgemäß von den Umständen des Einzelfalles ab. Vorkehrungen wie Registrierung der Teilnehmer*innen, Hinweise auf Husten- und Niesetikette und kontaktfreie Begrüßungen, regelmäßige Reinigungsintervalle dürften dabei zu den Standardmaßnahmen gehören.

Ein absoluter Schutz wird nicht herstellbar sein. Zudem müsste eine infizierte Person nachweisen, dass die Infektion durch die Teilnahme am Vereinssportbetrieb verursacht und durch das Verhalten des Vorstands (oder anderer Verantwortlicher auf Seiten des Vereins) verschuldet wurde. Ersteres dürfte praktisch kaum möglich sein.

Im Übrigen ist die Haftung des Vorstands, der unentgeltlich tätig ist oder keine den Ehrenamtsfreibetrag überschreitende Vergütung erhält, im Verhältnis zum Verein und zu den Mitgliedern des Vereins auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt (§ 31 a BGB, siehe nächste Frage).

Weiterhin wäre zu prüfen, ob die betroffene Person ein Mitverschulden trifft.

Wer haftet, wenn die Abstands- und Hygieneregeln im Sportbetrieb nicht eingehalten werden?

In erster Linie der Verein (§ 31 BGB). Allerdings kann der Verein Erstattung bei einem Vorstandsmitglied geltend machen, wenn dieses die Infektion mindestens grob fahrlässig (s.o.) herbeigeführt hat. Ist das Vorstandsmitglied entgeltlich tätig, haftet es auch für einfache Fahrlässigkeit. Grobe Fahrlässigkeit bedeutet die Außerachtlassung der erforderlichen Sorgfalt in besonders hohem Maße. Das Vorstandsmitglied müsste sich also extrem leichtfertig verhalten haben. Es handelt sich um Verhaltensweisen, die absolut nicht vorkommen dürfen und für die niemand mehr Verständnis aufbringen kann. 

Möglicherweise kann die geschädigte Person auch direkt bei dem Vorstandsmitglied, das die Infektion verschuldet hat, Schadensersatz geltend machen. Dann kann das Vorstandsmitglied von dem Verein Erstattung verlangen, wenn es nicht grob fahrlässig gehandelt hat (s.o.). Dies gilt nur, wenn das Vorstandsmitglied unentgeltlich tätig ist oder höchstens eine Vergütung von € 720 im Jahr erhält.

Womöglich hat ein Übungsleiter/eine Übungsleiterin oder ein "einfaches" Mitglied des Vereins schuldhaft gehandelt, also z.B. nicht auf die Abstandsregeln geachtet. Hier gilt das zuvor Gesagte entsprechend: Der Verein haftet, kann aber möglicherweise Erstattung bei der schuldhaft handelnden Person verlangen. Ist diese unentgeltlich tätig, aber nur im Falle von grober Fahrlässigkeit.

Sonderthemen

Können Vorstandssitzungen oder Mitgliederversammlungen stattfinden?

Gemäß der Verordnung zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebes von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie (Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung) vom 7. Mai 2020 in der Fassung vom 6. Juli 2020, § 1 Abs. 2b, 4. sind Zusammenkünfte und Veranstaltungen gestattet, wenn

  1. durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Steuerung der Besucherzahlen, sichergestellt wird, dass der nach § 1 Abs. 1 gebotene Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, sofern keine geeigneten Trennvorrichtungen vorhanden sind; jeder Person sollen drei Quadratmeter zur Verfügung stehen,
  2. die Teilnehmerzahl 250 nicht übersteigt oder die zuständige Behörde ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl bei Gewährleistung der kontinuierlichen Überwachung der Einhaltung der Voraussetzungen gestattet,
  3. in geschlossenen Räumen Zuschauerplätze eingenommen werden, eine personalisierte Sitzplatzvergabe erfolgt, wobei aneinander liegende Sitzplätze nur von Personen eingenommen werden dürfen, denen der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum nach § 1 Abs. 1 Satz 1 und 2 gestattet ist; zu anderen Personen oder Gruppen ist der Abstand nach § 1 Abs. 1 Satz 2 zu wahren,
  4. Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausschließlich zur Ermöglichung der Nachverfolgung von Infektionen von der Veranstalterin oder dem Veranstalter erfasst werden; diese haben die Daten für die Dauer eines Monats ab Beginn der Veranstaltung geschützt vor Einsichtnahme durch Dritte für die zuständigen Behörden vorzuhalten und auf Anforderung an diese zu übermitteln sowie unverzüglich nach Ablauf der Frist sicher und datenschutzkonform zu löschen oder zu vernichten;
  5. geeignete Hygienekonzepte entsprechend den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene, Steuerung des Zutritts und der Vermeidung von Warteschlangen getroffen und umgesetzt werden und
  6. Aushänge zu den erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen gut sichtbar angebracht sind.

Die Teilnehmerzahl darf 250 nicht übersteigen (Regelobergrenze). Die zuständige Behörde kann ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl gestatten, wenn eine kontinuierliche Überwachung der Einhaltung der Voraussetzungen durch den Veranstalter gewährleistet werden kann. Es ist ein strenger Beurteilungsmaßstab heranzuziehen und dabei sind insbesondere die Größe des Veranstaltungsraums und die Möglichkeit seiner Belüftung bzw. die Größe des Veranstaltungsareals und die örtlichen Gegebenheiten im Einzelfall zu berücksichtigen. Daneben ist auch die Art der Veranstaltung von Bedeutung. So bieten Veranstaltungen, bei denen beispielsweise gemeinsam (laut) gesungen wird, ein höheres Infektionsrisiko als Veranstaltungen, bei denen gemeinsam meditiert wird. Auch bei Veranstaltungen, die hauptsächlich sitzend unter Einhaltung des Mindestabstands, mit wenigen Personenkontakten und geringer Tröpfchen- oder Aerosolbildung stattfinden (z. B. Mitgliederversammlungen von Vereinen), ist das Infektionsrisiko geringer einzuschätzen als bei dynamischen Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bewegung sind und wechselnde Kontakte haben (z. B. Ausstellungen im Sinne der Gewerbeordnung).

Die Regelobergrenze gilt für die tatsächlich anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das schließt nicht aus, dass ein größerer Teilnehmerkreis eingeladen werden darf (dies kommt insbesondere bei großen Einladungsverteilern für Mitglieder von Vereinen zum Tragen). Eine maßgebliche Richtgröße für die tatsächlich zu erwartenden Mitglieder bei einer Mitgliederversammlung bilden die Erfahrungswerte von Mitgliederversammlungen der vergangenen Jahre. Erscheinen dann aber – wider Erwarten – mehr als die zulässige Teilnehmerzahl muss die MV abgesagt werden.

Vorstandssitzungen können also unter Beachtung der genannten Vorgaben zu Raumgröße, Abstand, Hygiene und Dokumentation in der Regel als Präsenzsitzungen durchgeführt werden.

Die Voraussetzungen für Mitgliederversammlungen (MV) einzuhalten dürfte wesentlich schwieriger sein. Da alle Mitglieder zur MV eingeladen werden müssen, berechnet sich der Platzbedarf streng genommen nach der Anzahl der Mitglieder mal 3 Quadratmeter (bei 30 Mitgliedern 90 qm, bei 100 Mitgliedern 300 qm usw.). Anderseits können die Erfahrungswerte der vergangenen Jahre zu Grunde gelegt werden. Wenn also in der Vergangenheit jeweils nur ein Teil der Mitglieder an der MV teilgenommen hat, kann eine Planung auf diesen Erfahrungswerten beruhen. Bei Einladung könnte auch beispielsweise eine Voranmeldung für die Teilnahme an der MV angefordert werden, um besser planen zu können. Aber Vorsicht! Auch einem nicht angemeldeten Mitglied darf die Teilnahme an der MV nicht verweigert werden. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, vorsorglich bei der zuständigen Behörde die Genehmigung einer höheren Teilnehmerzahl zu beantragen, wenn man die Teilnahme von mehr als 250 Mitgliedern nicht ausschließen kann. Es ist auch zu berücksichtigen, dass neben den Mitgliedern auch Gäste erscheinen, denen man die Teilnahme zwar theoretisch untersagen könnte, praktisch jedoch z.B. im Falle des Bürgermeisters, Landrats oder Sportkreisvorsitzenden von diesem Recht keinen Gebrauch machen wird. In erster Linie ist das Gesundheitsamt die zuständige Behörde (§ 7 der o.g. Verordnung).

Hat ein Verein weniger als 250 Mitglieder oder kamen zu den MV der vergangenen Jahre regelmäßig deutlich weniger als 250 Mitglieder und steht dem Verein im Verhältnis zur erwarteten Mitgliederzahl ein entsprechend großer Raum zur Verfügung, dann kann nach Maßgabe der oben genannten Kriterien eine MV als Präsenzveranstaltung stattfinden. Sollte nicht sicher sein, dass die Teilnehmerzahl unter 250 Mitgliedern liegt, ist eher davon abzuraten. Vor allem dann, wenn die tatsächliche Teilnehmerzahl die Kapazitäten der zur Verfügung stehenden Räumlichkeit übersteigt, müsste die MV ggf. kurzfristig abgesagt werden. Grundsätzlich wäre in diesem Fall auch eine MV im Freien (z. B. auf dem Sportplatz) denkbar, vorausgesetzt die äußeren Bedingungen lassen dies zu.

Insbesondere wenn die Teilnehmerzahl völlig unklar ist, sollte keine Präsenzveranstaltung geplant werden. Präsenzveranstaltungen können derzeit auch jenseits des notwendigen erhöhten Organisationsaufwands zu Problemen führen. Daher sollte man sich im Zweifel für die Durchführung einer digitalen MV entscheiden, wobei auch diese einen besonderen Organisationsaufwand erfordert.
Zu bedenken ist auch, dass derzeit niemand weiß, wie die Corona-Situation sich weiter entwickelt. Plant man etwa eine Präsenzveranstaltung für November, ist nicht auszuschließen, dass dann wieder strengere Vorschriften gelten und die MV abgesagt werden muss. Im Jahr 2020 könnte dann vermutlich keine MV mehr durchgeführt werden. Es erscheint aus diesem Blickwinkel durchaus sinnvoll, sich von vornherein auf die Planung und Organisation einer digitalen MV oder einer solchen mit schriftlicher Beschlussfassung zu konzentrieren, da solche MV auf jeden Fall noch in 2020 stattfinden können.
Weitere Informationen zu digitalen und schriftlichen MV finden Sie hier.

(aktualisiert am 08.07.2020)

Gelten besondere Empfehlungen und Vorgaben für Seniorinnen und Senioren im Sport?

Personen, die älter als 65 Jahre alt sind (Seniorinnen und Senioren) gehören zu einer besonders vulnerablen Gruppe für COVID-19-Erkrankungen. Für organisierte Zusammenkünfte von Seniorinnen und Senioren, zu denen insbesondere Seniorenbegegnungsstätten und vergleichbare Angebote gehören, gilt ergänzend, dass eine Teilnehmerzahl von 100 Personen nicht überschritten werden darf, kein gemeinsamer Gesang stattfindet und keine Gegenstände zur gemeinsamen Nutzung von mehr als zehn Personen bereitgestellt werden dürfen. Diese Gegenstände sind nach ihrer gemeinsamen Nutzung umgehend zu desinfizieren.

Dürfen Vereins- und Versammlungsräume wieder geöffnet werden?

Vereins- und Versammlungsräume und ähnliches sind ab 6. Juli geöffnet. Dies betrifft auch die Theken und gastronomischen Angebote eines Vereins, die nicht von einem Gastronomiebetrieb offiziellen Gaststätte bereitgestellt werden. Dies war schon vorher erlaubt. Natürlich müssen die üblichen Abstands- und Hygieneregelungen für Versammlungen und Gastronomiebetriebe eingehalten werden.

Die DEHOGA hat für den Gastronomiebereich ausführliche Informationen auf ihrer Webseite zusammengestellt.

Darf die Fußball-Bundesliga o.ä. im Vereinsheim angeschaut werden ?

Gemeinschaftsräumlichkeiten in Vereinsheimen dürfen ab dem 6. Juli wieder geöffnet werden. Dies gilt weiterhin auch für gewerblich betriebene Gastronomie auf einem Sportgelände.  

Für den gastronomischen Betrieb gelten aber strenge Abstands- und Hygieneregeln, sowie weitere Vorgaben für die Gastronomie, die strikt einzuhalten sind (mehr). Gäste können dann in dem gastronomischen Betrieb auch beispielsweise Fußball im Fernsehen schauen, wenn dies gezeigt wird.

Für die Gemeinschaftsräumlichkeiten ohne gastronomische Angebote gibt es keine weitergehenden Vorgaben, es gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln.

Wer ist zuständig für die Fragen des Schulsports?

Der Schulsport ist laut Verordnung  ab dem 11. Juni 2020 wieder zulässig. Auch die Hygienepläne der Schulen lassen den Schulsport zu. Grundsätzlich sollte er wie der Trainingsbetrieb in Vereinen beurteilt werden.

Weitere Fragen klärt das Hessische Kultusministerium. Es ist zuständig für den Schulsport.

(Antwort aktualisiert am 09.07.2020)