FAQ

Wichtige Fragen

zum Sport im November

Schon wieder gibt es Neuerungen, was die Sportausübung im November betrifft! Nachdem das Land Hessen die Corona-Auflagen für den Sport am 2. November (gültig ab dem 5. November) verschärft hatte, hat sie diese – nach Beratung mit dem Landessportbund – nun wieder gelockert. Ab dem 6. November gilt:

Bis zum 30. November ist Freizeit- und Amateursport auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet. Die neue Landesverordnung sieht somit vor, dass Sportanlagen grundsätzlich nicht mehr geschlossen sind. Damit passt sich Hessen an die Regelungen der anderen Bundesländer an.

„Wir freuen uns, dass das Land Hessen seinen Sonderweg verlassen hat und ein Mindestmaß an Sport wieder möglich ist“, sagt lsb h-Hauptgeschäftsführer Andreas Klages, der zugleich daran appellierte, die Corona- und Hygieneregeln zu beachten und zur Reduzierung des Infektionsgeschehens beizutragen. Wie in den anderen Bundesländern auch sind nun beispielsweise wieder Paartanz, Tischtennis im Einzel, Golf mit zwei Personen oder Judo möglich.

Detailfragen zur derzeitigen Regelung hat der Landessportbund Hessen in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport nachfolgend beantwortet.

(Stand 06. November 2020)

Welche Regelungen gelten ab dem 6. November für den Sport?

  • Freizeit- und Amateursport kann auf Sportanlagen im Freien oder in gedeckten Anlagen (Sporthallen, Schießsportanlagen, etc.) lediglich allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand stattfinden. Damit kann man z.B. Paartanz, Tennis Einzel, Tischtennis im Einzel, Golf mit zwei Personen, Judo oder auch Schießsport ausüben. Auch Sportarten wie Leichtathletik, Rudern, Segeln, oder Segelfliegen dürfen ausgeübt werden. Das Erteilen von Unterricht in Individualsportarten im 1:1 ist zulässig (Reitunterricht, Tennistraining und ähnliches). Es findet zudem keine Unterscheidung zwischen kontaktlosen und Kontaktsportarten statt. Karate, Ringen oder Judo sind zulässig, sofern mit einem festen Partner trainiert wird. Dies gilt immer mit den oben genannten Auflagen für den Personenkreis.

    Es muss in jedem Fall gewährleistet sein, dass keine Durchmischung der einzelnen Personengruppen erfolgt, also z.B. mit wechselnden Partnern trainiert wird. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die unterschiedlichen Personengruppen keine Umkleiden und Sanitäreinrichtungen teilen und sich auch ansonsten nicht begegnen, so dass die Abstandsregeln in jedem Falle eingehalten werden. Gruppentraining in Spielsportarten ist explizit verboten.

    Personal Training mit höchstens zwei Personen darf angeboten werden. Zu diesem Zweck können auch Sportanlagen genutzt werden. Personal Training in Fitnessstudios ist nicht zulässig. Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen sind zu schließen. Es sei denn, dort finden medizinisch notwendige Behandlungen statt (z.B. Rehabilitationssport, physiotherapeutische Behandlungen).
     
  • Der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports ist gestattet, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und allgemeine Hygieneregeln eingehalten werden. Genaueres regelt ein Erlass vom 3. November 2020. Zuschauer sind nicht gestattet.
     
  • Rehabilitationssport im Sinne medizinisch verordneter Bewegung ist zulässig.  Er unterliegt nicht dem in der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkung ausgesprochenen Verbot, da es sich um medizinische Maßnahmen handelt. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wird dringend empfohlen soweit das Angebot nicht in öffentlich zugänglichen Gebäuden stattfindet, in denen eine solche Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung herrscht. Des Weiteren ist aus Sicherheitsgründen ein Hygienekonzept zu erstellen. Der Hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband und seine medizinische Kommission weist darauf hin, dass er an dieser Stelle nach wie vor nur eine Empfehlung aussprechen kann und diese lautet für den Zeitraum November den Rehabilitationssport auszusetzen.
     
  • Für die Sportausübung im öffentlichen Raum gilt die allgemeine Personenbeschränkung. Danach ist eine Sportausübung im öffentlichen Raum lediglich alleine oder mit den Angehörigen des eigenen oder eines weiteren Hausstandes bis zu einer Gruppengröße von höchstens zehn Personen gestattet. Bei Begegnungen mit anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Müssen Vereins- und Versammlungsräume geschlossen bleiben?

Vereins- und Versammlungsräume auf Sportanlagen und ähnliches sind bis zum Ablauf des 30. November 2020 grundsätzlich geschlossen. Für zulässige Veranstaltungen im Sinne der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung können Vereinsversammlungsräume geöffnet werden.

Hinweis: Mitgliederversammlungen mit persönlicher Teilnahme können gemäß der geltenden Verordnung und den dazugehörigen Auslegungshinweisen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen nur dann stattfinden, wenn ein besonderes öffentliches Interesse sowie die Genehmigung der zuständigen Behörde gegeben sind. Insbesondere vor dem Hintergrund der bis zum 31.12.2021 geltenden gesetzlichen Alternativen zur Durchführung von Mitgliederversammlungen geht der Landessportbund Hessen davon aus, dass bei Mitgliederversammlungen von Sportvereinen kein besonderes öffentliches Interesse gegeben ist und daher derzeit keine Mitgliederversammlungen im Präsenzformat stattfinden können. Mehr Informationen finden Sie in unseren rechtlichen Fragen.

Ist Schwimmsport möglich?

Sämtliche Schwimmbäder, Freibäder, Badeseen, Thermalbäder, Saunen und ähnliche Einrichtungen sind für den Publikumsverkehr ab dem 2. November geschlossen. Die Durchführung von Schwimmkursen und der Trainingsbetrieb von Sportvereinen im Breiten- und Freizeitsport ist untersagt. Die Nutzung von Schwimmbädern für Zwecke des Spitzen- und Profisports oder Schulsport stellt keinen Publikumsverkehr dar und ist gestattet.  

Können Fitnessstudios genutzt werden?

Seit dem 2. November sind Fitnessstudios zu schließen. Spitzen- und Berufssportler können in Fitnessstudios bzw. Krafträume unter Wahrung der Abstandsregeln und Einhaltung der Hygienevorschriften trainieren, wenn diese etwa als vereinseigene Studios ausschließlich für den definierten Kreis der Spitzen- und Berufssportler geöffnet sind.  Personal Training ist nur im öffentlichen Raum, etwa in Parks oder Grünanlagen, und in Sportanlagen, nicht aber in Fitnessstudios, unter der Beachtung der maximal zulässigen Gruppengröße gestattet. Darunter fallen in der Regel zwei Personen aus zwei verschiedenen Hausständen.

Welche Vorgaben gelten für weitläufige Sportanlagen (Golfplätze, Tennishallen, etc.) bzw. Outdoor-Bewegungsangebote?

Indoor-Sportanlagen dürfen von höchstens zwei Personen oder von Angehörigen eines gemeinsamen Haushalts gleichzeitig genutzt werden. Weitläufige Sportanlagen, etwa im Form von gedeckten Sportanlagen (Tennishallen, Kartbahnen, Mehrfelderhallen) oder Sportstätten im Freien wie z. B. Sportplätze, Leichtathletikstadien, Tennisanlagen, Golfplätze oder Reitplätze dürfen gleichzeitig von mehreren individualsportlich aktiven Personen genutzt werden.

Es muss gewährleistet sein, dass keine Durchmischung der einzelnen Personengruppen erfolgt. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die unterschiedlichen Personengruppen keine Umkleiden und Sanitäreinrichtungen teilen und sich auch ansonsten nicht begegnen, sodass die Abstandsregeln in jedem Falle eingehalten werden. Gruppentraining in Spielsportarten ist hier explizit ausgenommen.

Outdoor-Fitnessparks, Bewegungsinseln oder andere frei zugängliche Sportgeräte bzw. -anlagen dürfen genutzt werden, wenn die allgemeinen Abstandsgebote und die Höchstpersonenzahl sowie die Hygienevorgaben in jedem Fall eingehalten werden. Ansprechpartner für die Anlagen wie etwa Bewegungsinseln sind die Kommunen bzw. Betreiber.

Welche Sportveranstaltung dürfen noch stattfinden?

Im Breiten- und Freizeitsport finden keine Veranstaltungen mit Zuschauern statt. Im Spitzen- und Berufssport dürfen Veranstaltungen (Training oder Wettbewerb) stattfinden. Zuschauer sind dabei nicht gestattet. Lediglich zwingend notwendige Begleitpersonen wie etwa Erziehungsberechtigte können teilnehmen.

Gibt es klare Regelungen, wie Profi-Sportler und Berufssportler ihrem Sport nachgehen können?

Die Eindämmung des Corona-Virus hat für die Hessische Landesregierung höchste Priorität. Das bergeordnete Ziel ist nach wie vor Infektionsketten zu unterbrechen und die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems zu gewährleisten. Für Spitzen- und Profisportler ist ein Trainings- und Wettkampfbetrieb auf und in Sportanlagen (öffentliche, private, vereinseigene) unter Einhaltung eines umfassenden Hygienekonzepts jedoch möglich.

Doch für wen gilt diese Ausnahme? Das Innenministerium grenzt in Abstimmung mit dem Landessportbund Hessen den Profisport als bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen ab. Das Training von Kaderathleten ist mit einem eigenen Erlass vom 03. November 2020 extra geregelt. Darin werden folgende Personen und Personengruppen aufgeführt:

  1. Bundes- und Landeskaderathletinnen und -athleten (OK, PK, EK, NK 1, NK 2, LK) sowie Paralympische Bundes- und Landeskaderathletinnen und -athleten (PAK, PK, TK, NK1, NK 2, LK), welche von den zuständigen Bundes- oder Landesfachverbänden anerkannt sind.
  2. Spielerinnen oder Spieler der Jugend- bzw. Nachwuchsaltersklassen im Leistungsbereich (mindestens U 15 Mannschaften oder älter), deren Mannschaften in der höchsten Spielklasse (national oder länderübergreifend) spielberechtigt sind und einer Olympischen oder Paralympischen Sportart angehören; sofern es sich um ein durch den zuständigen Spitzenfachverband zertifiziertes Nachwuchsleistungszentrum handelt und eine der Mannschaften dieses Nachwuchsleistungszentrums in den oben genannten Spielklassen teilnimmt, gelten dort alle Mannschaften im Leistungsbereich als Spitzensport.
  3. Profi- oder Spitzensportmannschaften aller Sportarten. Unter Profisport ist die bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen zu verstehen. In Olympischen und Paralympischen Sportarten gelten die 1.-3. Ligen sowie die 4. Liga im Männerfußball, als Spitzen- bzw. Profisport.
  4. Selbstständige, vereins- oder verbandsungebundene Profisportlerinnen und -sportler (Vollzeittätigkeit) ohne Bundeskaderstatus. 

Welche Regeln gelten für den Schulsport im Schuljahr 2020/21?

Der Schulsport ist laut Verordnung zulässig. Weitere Vorgaben wurden durch das Hessische Kultusministerium am 30. Oktober an die Schulen übermittelt. Nach der gültigen Verordnung können Sportanlagen auch für Zwecke des Schulsports grundsätzlich weiterhin geöffnet werden. Alle weiteren Details sind durch den Hygieneplan für Schulen und die Planungsszenarien für die Schulorganisation des Hessischen Kultusministerium definiert.  

Gibt es Zugangskontrollen zu den Sportanlagen?

Für den Spitzen- und Profisport gilt Folgendes: Die Zugehörigkeit zum Spitzen- und Profisport muss nachgewiesen werden. Beim Profisport erfolgt dies über die Profivereine, die Zugehörigkeit zu den Bundeskadern wird über den Olympiastützpunkt Hessen, nachgewisen. Die Zugehörigkeit zu den Landeskadern wird über die zuständigen Fachverbände Fachverbände nachgewiesen. Die Steuerung des Zutritts zu Sportanlagen muss unter Vermeidung von Warteschlagen erfolgen. Risikogruppen dürfen keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt sein.

Gibt es Arbeitshilfen für die Erstellung eines Hygienekonzepts?

Ob die Beachtung der sportartspezifischen Verbandskonzepte ausreicht oder eigene Konzepte entwickelt werden, liegt in der Verantwortung des jeweiligen Betreibers einer Sportstätte und ist immer sportartspezifisch zu beantworten. Hygiene und Desinfektionsmaßnahmen sind ein unverzichtbarer Teil zur Eindämmung der Pandemie und sollten verpflichtend durchgeführt werden.  

Darüber hinaus gibt es weitere hilfreiche Informationen, die bei der Erarbeitung eines Hygienekonzepts helfen können:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden?

Die Verantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften liegt bei dem Betreiber der Sportstätte; also dem Verein oder der Kommune oder auch dem privaten Unternehmer, der ein Sportangebot für Kunden anbietet, sobald dies wieder möglich sein wird.

Wer ist zuständig, wenn Sportstätten geschlossen sind und wieder öffnen?

In der Regel ist derjenige zuständig, der die Sportstätte unterhält oder betreibt. Häufig ist das die Kommune. Bei vereinseigenen Sportstätten sind die Vereine zuständig. Grunsätzlich bedarf es – nach Freigabe des Trainings- und Wettkampfbetriebs im Breiten- und Freizeitsports durch das Land Hessen – keiner weiteren Regelung mehr durch die Kommunen in Hessen, es sei denn es handelt sich um eine kommunale Sportstätte.

Die kommunalen Behörden vor Ort können aber in ihrer Zuständigkeit auch bei vereinseigenen Sportstätten jederzeit dafür sorgen und kontrollieren, dass alle Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingehalten werden. Das lokale Infektionsgeschehen ermöglicht es den Kommunen gesonderte Vorgaben zu machen. Beim Vollzug durch die Kommunen ist in der Regel das Gesundheitsamt zuständig. Es können auch die Ordnungsbehörden der Kommune tätig, um etwa eine bestehende Gefahrensituation abzuwenden.