FAQ

Wichtige Fragen

Was sportlich derzeit möglich ist

Die strengen Maßnamen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich auch auf den Sport aus. Grundsätzlich gilt: Freizeit- und Amateursport ist auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen nur alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet. Grundsätzlich bleiben die Sportanlagen aber geöffnet, so lang der jeweilige Betreiber (Kommune/Kreis/Verein) keine anderslautende Regelung trifft. 

Detailfragen zur derzeitigen Regelung hat der Landessportbund Hessen in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport nachfolgend beantwortet.

(Stand 22. Januar 2021)

Welche Regelungen gelten ab dem 23. Januar für den Sport?

  • Freizeit- und Amateursport kann auf Sportanlagen im Freien oder in gedeckten Anlagen (Sporthallen, Schießsportanlagen, etc.) lediglich allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand stattfinden. Damit kann man z.B. Paartanz, Tennis Einzel, Tischtennis im Einzel, Golf mit zwei Personen, Judo oder auch Schießsport ausüben. Auch Sportarten wie Leichtathletik, Rudern, Segeln, oder Segelfliegen dürfen ausgeübt werden. Das Erteilen von Unterricht in Individualsportarten im 1:1 ist zulässig (Reitunterricht, Tennistraining und ähnliches). Es findet zudem keine Unterscheidung zwischen kontaktlosen und Kontaktsportarten statt. Karate, Ringen oder Judo sind zulässig, sofern mit einem festen Partner trainiert wird. Dies gilt immer mit den oben genannten Auflagen für den Personenkreis.

    Es muss in jedem Fall gewährleistet sein, dass keine Durchmischung der einzelnen Personengruppen erfolgt, also z.B. mit wechselnden Partnern trainiert wird.. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die unterschiedlichen Personengruppen keine Umkleiden und Sanitäreinrichtungen teilen und sich auch ansonsten nicht begegnen, so dass die Abstandsregeln in jedem Falle eingehalten werden. Gruppentraining, insbesondere in Spielsportarten, ist explizit verboten.

    Personal Training mit höchstens zwei Personen darf angeboten werden. Zu diesem Zweck können auch Sportanlagen genutzt werden. Personal Training in Fitnessstudios ist nicht zulässig. Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen sind zu schließen. Es sei denn, dort finden medizinisch notwendige Behandlungen statt (z.B. Rehabilitationssport, physiotherapeutische Behandlungen).
     
  • Der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports ist gestattet, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und allgemeine Hygieneregeln eingehalten werden. Genaueres regelt ein Erlass vom 3. November 2020. Zuschauer sind nicht gestattet.
     
  • Rehabilitations- oder Funktionstraining im Sinne medizinisch verordneter Bewegung ist zulässig.  Er unterliegt nicht dem in der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkung ausgesprochenen Verbot, da es sich um medizinische Maßnahmen (Rehabilitations- und Funktionsmaßnahmen) handelt. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wird dringend empfohlen soweit das Angebot nicht in öffentlich zugänglichen Gebäuden stattfindet, in denen eine solche Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung herrscht. Des Weiteren ist aus Sicherheitsgründen ein Hygienekonzept zu erstellen. Der Hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband und seine medizinische Kommission weist darauf hin, dass er an dieser Stelle nach wie vor nur eine Empfehlung aussprechen kann und diese lautet für den Zeitraum November den Rehabilitationssport auszusetzen.
     
  • Für die Sportausübung im öffentlichen Raum gilt die allgemeine Personenbeschränkung. Danach ist eine Sportausübung im öffentlichen Raum lediglich alleine oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands und einer einzigen weiteren Person gestattet. Kinder zählen unabhängig von ihrem Alter als eine Person. Damit können auch Großfamilien die einen Hausstand bilden im öffentlichen Raum zusammen Sport treiben. Etwa Rad fahren, Fußball spielen oder ähnliches.  Bei Begegnungen mit anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Auf welche Weise wirken sich die Ausgangsbeschränkungen auf den Sport aus?

Das Eskalationskonzept der Hessischen Landesregierung, das eine effektive Bekämpfung der Pandemie gewährleisten soll, beinhaltet unterschiedliche Stufen. Die örtlichen Verantwortlichen können bei besonders extremen Infektionslagen mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche und diffusem Infektionsgeschehen – Stufe 6 gewisse Maßnahmen erlassen. 

Darunter fällt die  Verhängung einer nächtlichen Ausgangssperre für die Zeit zwischen 21 Uhr und 5 Uhr früh: Das Verlassen der eigenen Wohnung ist während dieser Zeit nur aus gewichtigen Gründen zuzulassen.

Hier gilt ausschließlich die Entscheidung der örtlich verantwortlichen kommunalen Behörden (Landkreise und kreisfreie Städte). Auf die dort gültigen Regelungen (Allgemeinverfügungen) wird ausdrücklich verwiesen.

Sofern Landkreise oder Städte nächtliche Ausgangssperren verhängt haben, betrifft dies auch das Sporttreiben. Näheres regeln die Allgemeinverfügungen der Landkreise.

Für Berufs- und Spitzensportler laut Erlass des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport vom 3. November 2020 gelten die Vorgaben des Eskalationskonzeptes in diesem Zusammenhang nicht. Die Sportausübung wird im Fall der ausgerufenen Stufe 6 des Eskalationskonzepts als Berufsausübung gewertet. Diese Auslegung hat auch für Betreuer im Behindertensport und Aufsichtspersonen von minderjährigen Berufs- und Spitzensportlern Gültigkeit.

Müssen Vereins- und Versammlungsräume geschlossen bleiben?

Vereins- und Versammlungsräume auf Sportanlagen und ähnliches sind grundsätzlich geschlossen. Für zulässige Veranstaltungen im Sinne der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung können Vereinsversammlungsräume geöffnet werden.

Hinweis: Mitgliederversammlungen mit persönlicher Teilnahme können gemäß der geltenden Verordnung und den dazugehörigen Auslegungshinweisen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen nur dann stattfinden, wenn ein besonderes öffentliches Interesse sowie die Genehmigung der zuständigen Behörde gegeben sind. Insbesondere vor dem Hintergrund der bis zum 31.12.2021 geltenden gesetzlichen Alternativen zur Durchführung von Mitgliederversammlungen geht der Landessportbund Hessen davon aus, dass bei Mitgliederversammlungen von Sportvereinen kein besonderes öffentliches Interesse gegeben ist und daher derzeit keine Mitgliederversammlungen im Präsenzformat stattfinden können. Mehr Informationen finden Sie in unseren rechtlichen Fragen.

Ist Schwimmsport möglich?

Sämtliche Schwimmbäder, Freibäder, Badeseen, Thermalbäder, Saunen und ähnliche Einrichtungen sind für den Publikumsverkehr seit dem 2. November geschlossen. Die Durchführung von Schwimmkursen und der Trainingsbetrieb von Sportvereinen im Breiten- und Freizeitsport ist untersagt. Die Nutzung von Schwimmbädern für Zwecke des Spitzen- und Profisports oder Schulsport stellt keinen Publikumsverkehr dar und ist gestattet.  

In welchem Umfang ist Wintersport möglich?

Das Betreiben und Nutzen von Skiliften ist in Hessen untersagt. Auch Eishallen müssen geschlossen bleiben.

Der Betrieb von Eisbahnen unter freiem Himmel ist laut aktuellen Auslegungshinweisen zulässig. Es gelten dabei die Regelungen des Freizeit- und Amateursports auf Sportanlagen.

Es ist gestattet, einen Abfahrtshang mit einem Schlitten, Snowboard, Skiern oder ähnlichem zu befahren. Dabei sind die Vorgaben für das Sporttreiben im öffentlichen Raum zu beachten. Unter gleichen Vorgaben ist Ski-Langlauf gestattet. Zum Zweck des Ski-Langlaufs dürfen Loipen gespurt werden.

Können Fitnessstudios genutzt werden?

Seit dem 2. November sind Fitnessstudios zu schließen. Spitzen- und Berufssportler können in Fitnessstudios bzw. Krafträume unter Wahrung der Abstandsregeln und Einhaltung der Hygienevorschriften trainieren, wenn diese etwa als vereinseigene Studios ausschließlich für den definierten Kreis der Spitzen- und Berufssportler geöffnet sind. 

Personal Training ist nur im öffentlichen Raum, etwa in Parks oder Grünanlagen, und in Sportanlagen, nicht aber in Fitnessstudios, unter der Beachtung der maximal zulässigen Gruppengröße gestattet. Darunter fallen in der Regel zwei Personen aus zwei verschiedenen Hausständen. Ansonsten gelten die Regelungen für den Aufenthalt im öffentlichen Raum.

Welche Vorgaben gelten für weitläufige Sportanlagen (Golfplätze, Tennishallen, etc.) bzw. Outdoor-Bewegungsangebote?

Indoor-Sportanlagen dürfen von höchstens zwei Personen oder von Angehörigen eines gemeinsamen Haushalts gleichzeitig genutzt werden. Weitläufige Sportanlagen, etwa im Form von gedeckten Sportanlagen (Tennishallen, Kartbahnen, Mehrfelderhallen) oder Sportstätten im Freien wie z. B. Sportplätze, Leichtathletikstadien, Tennisanlagen, Golfplätze oder Reitplätze dürfen gleichzeitig von mehreren individualsportlich aktiven Personen genutzt werden.

Es muss gewährleistet sein, dass keine Durchmischung der einzelnen Personengruppen erfolgt. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die unterschiedlichen Personengruppen keine Umkleiden und Sanitäreinrichtungen teilen und sich auch ansonsten nicht begegnen, sodass die Abstandsregeln in jedem Falle eingehalten werden. Gruppentraining in Spielsportarten ist hier explizit ausgenommen.

Outdoor-Fitnessparks, Bewegungsinseln oder andere frei zugängliche Sportgeräte bzw. -anlagen dürfen genutzt werden, wenn die allgemeinen Abstandsgebote und Hygienevorgaben in jedem Fall eingehalten werden und sich die Personenzahl auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und maximal einer weiteren Person beschränkt. Kinder werden immer als eine Person mitgezählt. Ansprechpartner für die Anlagen wie etwa Bewegungsinseln sind die Kommunen bzw. Betreiber.

Welche Sportveranstaltung dürfen noch stattfinden?

Im Breiten- und Freizeitsport finden keine Veranstaltungen mit Zuschauern statt. Im Spitzen- und Berufssport dürfen Veranstaltungen (Training oder Wettbewerb) stattfinden. Zuschauer sind dabei nicht gestattet. Lediglich zwingend notwendige Begleitpersonen wie etwa Erziehungsberechtigte können teilnehmen.

Bieten der Landessportbund, die Sportjugend und die Bildungsakdemie derzeit Aus- und Fortbildungen an?

Alle Präsenzveranstaltungen des Landessportbundes Hessen, der Sportjugend Hessen und der Bildungsakademie im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildungen sind zunächst bis zum 28. Februar 2021 ausgesetzt. Mitte Februar soll eine Neubewertung zur Umsetzung von Präsenzveranstaltungen vorgenommen werden. Für diesbezügliche Fragen steht Dr. Frank Obst, Geschäftsbereichsleiter des Bereichs Schule, Bildung und Personalentwicklung, unter der Rufnummer 069/6789-108 oder per E-Mail gerne zur Verfügung.

Digitale Bildungsangebote finden weiterhin statt.

Gibt es klare Regelungen, wie Profi-Sportler und Berufssportler ihrem Sport nachgehen können?

Die Eindämmung des Corona-Virus hat für die Hessische Landesregierung höchste Priorität. Das bergeordnete Ziel ist nach wie vor Infektionsketten zu unterbrechen und die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems zu gewährleisten. Für Spitzen- und Profisportler ist ein Trainings- und Wettkampfbetrieb auf und in Sportanlagen sowie Eishallen (öffentliche, private, vereinseigene) unter Einhaltung eines umfassenden Hygienekonzepts jedoch möglich.

Doch für wen gilt diese Ausnahme? Das Innenministerium grenzt in Abstimmung mit dem Landessportbund Hessen den Profisport als bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen ab. Das Training von Kaderathleten ist mit einem eigenen Erlass vom 03. November 2020 extra geregelt. Darin werden folgende Personen und Personengruppen aufgeführt:

  1. Bundes- und Landeskaderathletinnen und -athleten (OK, PK, EK, NK 1, NK 2, LK) sowie Paralympische Bundes- und Landeskaderathletinnen und -athleten (PAK, PK, TK, NK1, NK 2, LK), welche von den zuständigen Bundes- oder Landesfachverbänden anerkannt sind.
  2. Spielerinnen oder Spieler der Jugend- bzw. Nachwuchsaltersklassen im Leistungsbereich (mindestens U 15 Mannschaften oder älter), deren Mannschaften in der höchsten Spielklasse (national oder länderübergreifend) spielberechtigt sind und einer Olympischen oder Paralympischen Sportart angehören; sofern es sich um ein durch den zuständigen Spitzenfachverband zertifiziertes Nachwuchsleistungszentrum handelt und eine der Mannschaften dieses Nachwuchsleistungszentrums in den oben genannten Spielklassen teilnimmt, gelten dort alle Mannschaften im Leistungsbereich als Spitzensport.
  3. Profi- oder Spitzensportmannschaften aller Sportarten. Unter Profisport ist die bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen zu verstehen. In Olympischen und Paralympischen Sportarten gelten die 1.-3. Ligen sowie die 4. Liga im Männerfußball, als Spitzen- bzw. Profisport.
  4. Selbstständige, vereins- oder verbandsungebundene Profisportlerinnen und -sportler (Vollzeittätigkeit) ohne Bundeskaderstatus. 

Welche Regeln gelten für den Schulsport im Schuljahr 2020/21?

Der Schulsport ist laut Verordnung zulässig. Weitere Vorgaben wurden durch das Hessische Kultusministerium am 30. Oktober an die Schulen übermittelt. Nach der gültigen Verordnung können Sportanlagen auch für Zwecke des Schulsports grundsätzlich weiterhin geöffnet werden. Alle weiteren Details sind durch den Hygieneplan für Schulen und die Planungsszenarien für die Schulorganisation des Hessischen Kultusministerium definiert.  

Gibt es Zugangskontrollen zu den Sportanlagen?

Für den Spitzen- und Profisport gilt Folgendes: Die Zugehörigkeit zum Spitzen- und Profisport muss nachgewiesen werden. Beim Profisport erfolgt dies über die Profivereine, die Zugehörigkeit zu den Bundeskadern wird über den Olympiastützpunkt Hessen, nachgewisen. Die Zugehörigkeit zu den Landeskadern wird über die zuständigen Fachverbände Fachverbände nachgewiesen. Die Steuerung des Zutritts zu Sportanlagen muss unter Vermeidung von Warteschlagen erfolgen. Risikogruppen dürfen keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt sein.

Gibt es Arbeitshilfen für die Erstellung eines Hygienekonzepts?

Ob die Beachtung der sportartspezifischen Verbandskonzepte ausreicht oder eigene Konzepte entwickelt werden, liegt in der Verantwortung des jeweiligen Betreibers einer Sportstätte und ist immer sportartspezifisch zu beantworten. Hygiene und Desinfektionsmaßnahmen sind ein unverzichtbarer Teil zur Eindämmung der Pandemie und sollten verpflichtend durchgeführt werden.  

Darüber hinaus gibt es weitere hilfreiche Informationen, die bei der Erarbeitung eines Hygienekonzepts helfen können:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden?

Die Verantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften liegt bei dem Betreiber der Sportstätte; also dem Verein oder der Kommune oder auch dem privaten Unternehmer, der ein Sportangebot für Kunden anbietet, sobald dies wieder möglich sein wird.

Wer ist zuständig, wenn Sportstätten geschlossen sind und wieder öffnen?

In der Regel ist derjenige zuständig, der die Sportstätte unterhält oder betreibt. Häufig ist das die Kommune. Bei vereinseigenen Sportstätten sind die Vereine zuständig. Grunsätzlich bedarf es – nach Freigabe des Trainings- und Wettkampfbetriebs im Breiten- und Freizeitsports durch das Land Hessen – keiner weiteren Regelung mehr durch die Kommunen in Hessen, es sei denn es handelt sich um eine kommunale Sportstätte.

Die kommunalen Behörden vor Ort können aber in ihrer Zuständigkeit auch bei vereinseigenen Sportstätten jederzeit dafür sorgen und kontrollieren, dass alle Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingehalten werden. Das lokale Infektionsgeschehen ermöglicht es den Kommunen gesonderte Vorgaben zu machen. Der Sport wird etwa von Bewegungseinschränkungen in Gebieten mit einer Inzidenz von 200 pro 100.000 Einwohnern beeinträchtigt. Beim Vollzug durch die Kommunen ist in der Regel das Gesundheitsamt zuständig. Es können auch die Ordnungsbehörden der Kommune tätig werden, um etwa eine bestehende Gefahrensituation abzuwenden.