FAQ

Wichtige Fragen

Was sportlich derzeit möglich ist

Die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich in beträchtlicher Art und Weise auch auf den Sport aus. Am 23. März hat die Landesregierung neue Regelungen für Hessen erlassen. Grundsätzlich bleiben die seit dem 8. März geltenden Bedingungen für den Sportbetrieb bestehen.

Die Grundlage dafür bildet die aktuell gültige Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung, die landesweit gilt. Die in den Kommunen örtlich zuständigen Behörden (Landkreise und kreisfreie Städte) sind angehalten, auf der Grundlage des Eskalationskonzepts des Landes ab einer Inzidenz von mehr als 200 von der Landesverordnung abweichende, weitreichendere Einschränkungen vorzunehmen. Dazu gehört auch „die Schließung insbesondere gedeckter Sportanlagen (inkl. Fitnessstudios)“.

Detailfragen zu den landesweiten Regelungen hat der Landessportbund Hessen in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport nachfolgend beantwortet.

(Stand 16. April 2021)

Welche Regelungen gelten seit dem 8. März für den Sport?

  • Freizeit- und Amateursport für über 14-Jährige und gemischtaltrige Gruppen
    Generell kann Freizeit- und Amateursport auf Sportanlagen im Freien oder in gedeckten Anlagen (Sporthallen, Schießsportanlagen, etc.) allein, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen stattfinden. Dazugehörige Kinder bis einschließlich 14 Jahren – also bis zum 15. Geburtstag – bleiben unberücksichtigt.

    Somit sind nunmehr auch Mannschaftssportarten in Kleingruppenformaten (etwa Tennis-Doppel, Beach-Volleyball) von bis zu fünf Personen aus zwei Hausständen zulässig,  ohne dass Abstand gehalten werden muss. Es findet zudem keine Unterscheidung zwischen kontaktlosen und Kontaktsportarten statt. Karate, Ringen oder Judo sind zulässig, sofern mit einem festen Partner trainiert wird.
    Es ist jedoch darauf zu achten, dass einzelne Kleingruppen während der Sportausübung in einem Bereich trainieren, der mindestens drei Meter vom Bereich anderer Kleingruppen entfernt ist. Eine Durchmischung der einzelnen Kleingruppen darf nicht erfolgen. Es darf also nicht mit wechselnden Partnern trainiert werden, die zuvor Teil unterschiedlicher Kleingruppen waren.

    Auch Personal Training, das maximal zwei Hausständen bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen umfasst, darf angeboten werden. Zu diesem Zweck können auch Sportanlagen (nun auch Fitnessstudios unter den geltenden Regelungen) genutzt werden.

    Übungsleiter*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen werden bei der Höchstpersonenzahl nicht berücksichtigt und dürfen den Mindestabstand zu den Sportlern während der Sportausübung zu Trainings- oder Betreuungszwecken (Hilfestellung bei Übungen o.ä.) unterschreiten.

    Der Trainingsbetrieb muss so organisiert werden, dass jederzeit, auch vor und nach der Trainingseinheit, eine Trennung der Kleingruppen und deren Betreuer/ Eltern gewährleistet werden kann. Dies schließt auch wartende Eltern und Betreuer ein. Entsprechende Hilfsmittel (Infotafeln, Absperrungen, Flipcharts, Aushänge der Trainingsorganisation) sollten genutzt werden und die Zuwegung auf und von der Sportanlage entsprechend organisiert werden. Das Hygienekonzept des Sportstättenbetreibers muss ferner so angelegt sein, dass die Gruppen auch vor und nach dem Training sich nicht durchmischen und Umkleiden und Duschen auch nur in den zulässigen Gruppen und Abständen zueinander nutzen. Es wird empfohlen, auf die Nutzung von Umkleiden und Duschen möglichst zur verzichten.

  • Sonderregelungen für Freizeit- und Amateursport für Kinder bis einschließlich 14 Jahre
    Kindern bis einschließlich 14 Jahren, also bis zum 15. Geburtstag, ist zudem – unabhängig von der Zahl der Hausstände – der Sport auf ungedeckten Sportanlagen (im Freien) in Gruppen unabhängig von der Personenzahl erlaubt. Mannschaftssportarten wie Fußball, Hockey, Faustball oder andere sind daher für diese wieder möglich, sogar mit Kontakt. Pro Mannschaft dürfen bis zu zwei Personen (Trainer bzw. Betreuer) anwesend sein. Es wird insbesondere in diesem Bereich dringend empfohlen, die Umkleiden nicht zu nutzen. Die Eltern sollten ihre Kinder zum Training abgeben und sich während des Trainings möglichst nicht auf dem Sportgelände aufhalten. Es gelten diesbezüglich die allgemeinen Kontaktverbote laut Verordnung, Gruppenbildungen ohne Abstand sind in jedem Fall untersagt. Es wird zudem empfohlen, keine Spiele (Pflicht- oder Freundschaftsspiele) auszutragen, sondern lediglich Mannschaftstraining durchzuführen.

  • Der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports ist gestattet, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und allgemeine Hygieneregeln eingehalten werden. Genaueres regelt ein Erlass vom 3. November 2020. Zuschauer sind nicht gestattet.
     
  • Rehabilitations- oder Funktionstraining im Sinne medizinisch verordneter Bewegung ist zulässig.  Er unterliegt nicht dem in der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkung ausgesprochenen Verbot, da es sich um medizinische Maßnahmen (Rehabilitations- und Funktionsmaßnahmen) handelt. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wird dringend empfohlen soweit das Angebot nicht in öffentlich zugänglichen Gebäuden stattfindet, in denen eine solche Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung herrscht. Des Weiteren ist aus Sicherheitsgründen ein Hygienekonzept zu erstellen.
     
  • Auch für die Sportausübung im öffentlichen Raum gilt die allgemeine Personenbeschränkung. Danach ist eine Sportausübung im öffentlichen Raum lediglich alleine, mit den Angehörigen des eigenen Hausstands oder eines weiteren Hausstandes bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen über 14 Jahren gestattet. Zu den beiden Haushalten zählende Kinder bis einschließlich 14 Jahre bleiben unberücksichtigt. So können bspw. zwei Elternpaare mit einem über 14-Jährigen und beliebig vielen zu den beiden Hausständen gehörenden Kinder unter 15 Jahre gemeinsam Sport treiben. Bei Begegnungen mit anderen Personen bzw. Gruppen ist im öffentlichen Raum ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.
     
  • Der Trainingsbetrieb der DLRG Hessen zum Zwecke der Wasserrettung ist von dem Verbot des allgemeinen Trainings- und Wettkampfsports nach § 2 Abs. 1a CoKeBeV ausgenommen. Die Wasserrettung besitzt eine sehr wichtige Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit drohen. Ausschließlich für diesen Zweck darf das spezielle Schwimmtraining der DLRG zur Aufrechterhaltung der Fitness im Wasser, auch das Trainieren von funktional- technischen Fähigkeiten, wie beispielsweise das sichere Retten aus dem Wasser durch bestimmte Abschlepptechniken, durchgeführt werden. Der Sportbetrieb der DLRG Hessen ist jedoch nur dann zulässig, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene beachtet werden.
     

Müssen Vereins- und Versammlungsräume geschlossen bleiben?

Vereins- und Versammlungsräume auf Sportanlagen und ähnliches sind grundsätzlich geschlossen. Für zulässige Veranstaltungen im Sinne der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung können Vereinsversammlungsräume geöffnet werden.

Hinweis: Mitgliederversammlungen mit persönlicher Teilnahme können gemäß der geltenden Verordnung und den dazugehörigen Auslegungshinweisen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen nur dann stattfinden, wenn ein besonderes öffentliches Interesse sowie die Genehmigung der zuständigen Behörde gegeben sind. Insbesondere vor dem Hintergrund der bis zum 31.12.2021 geltenden gesetzlichen Alternativen zur Durchführung von Mitgliederversammlungen geht der Landessportbund Hessen davon aus, dass bei Mitgliederversammlungen von Sportvereinen kein besonderes öffentliches Interesse gegeben ist und daher derzeit keine Mitgliederversammlungen im Präsenzformat stattfinden können. Mehr Informationen finden Sie in unseren rechtlichen Fragen.

Ist Schwimmsport möglich?

Sämtliche Schwimmbäder, Freibäder, Badeseen, Thermalbäder, Saunen und ähnliche Einrichtungen sind für den Publikumsverkehr seit dem 2. November geschlossen.

Zulässig ist jedoch die Nutzung für:

  • Spitzen- und Profisport
  • Schulsport
  • Rehabilitationssport und Funktionstraining im Sinne des SGB IX.
  • Trainingsbetrieb zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit der in der Wasserrettung aktiven Organisationen (bspw. DLRG Hessen und DRK Wasserwacht).
  • Schwimmunterricht und organisiertes Schwimmtraining von Schwimmvereinen und Schwimmschulen (beispielsweise zur Erlangung des Seepferdchens oder eines Deutschen Schwimmabzeichens) unter Einhaltung der Regeln des § 2 Abs. 2 der CoKoBeV. D.h. es gelten die gleichen Regelungen wie beim sonstigen Sportbetrieb: Schwimmtraining darf allein, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen stattfinden. Zu den Hausständen unmittelbar gehörende Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren, also bis zum 15. Geburtstag, bleiben unberücksichtigt. Während der Sportausübung muss zu den anderen Kleingruppen stets ein Abstand von mindestens 3 Metern gehalten wird. Ein Gruppentraining von Kindern ist nur unter Wahrung der vorgenannten Regelungen möglich und nicht wie im Bereich der ungedeckten Sportanlagen ohne Personenzahlbegrenzung.

Allgemeine Kurse im Schwimmbad (Aqua-Jogging, Aqua-Cycling, etc.) sind nicht gestattet.

Der Trainingsbetrieb ist nur dann zulässig, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und die Hygieneregeln eingehalten werden.

In welchem Umfang ist Wintersport möglich?

Das Betreiben und Nutzen von Skiliften ist in Hessen zulässig. Auch Eishallen können für den organisierten Vereinssport geöffnet werden. Der Betrieb von Eisbahnen unter freiem Himmel ebenfalls zulässig. Es gelten dabei die Regelungen des Freizeit- und Amateursports auf Sportanlagen.

Es ist gestattet, einen Abfahrtshang mit einem Schlitten, Snowboard, Skiern oder ähnlichem zu befahren. Dabei sind die Vorgaben für das Sporttreiben im öffentlichen Raum zu beachten. Unter gleichen Vorgaben ist Ski-Langlauf gestattet. Zum Zweck des Ski-Langlaufs dürfen Loipen gespurt werden.

Ist es der Wasserrettung gestattet, zu trainieren, um sich auf die Saison 2021 vorzubereiten?

Ja, der Trainingsbetrieb der DLRG Hessen zum Zwecke der Wasserrettung ist von dem Verbot des allgemeinen Trainings- und Wettkampfsports nach § 2 Abs. 1a CoKeBeV ausgenommen. Die Wasserrettung besitzt eine sehr wichtige Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit drohen. Ausschließlich für diesen Zweck darf das spezielle Schwimmtraining der DLRG zur Aufrechterhaltung der Fitness im Wasser, auch das Trainieren von funktional- technischen Fähigkeiten, wie beispielsweise das sichere Retten aus dem Wasser durch bestimmte Abschlepptechniken, durchgeführt werden. Der Sportbetrieb der DLRG Hessen ist jedoch nur dann zulässig, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene beachtet werden.

Können Fitnessstudios genutzt werden?

Die Öffnung von Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen ist ab dem 8. März zulässig wenn sichergestellt wird, dass

  • Besuche nur nach vorheriger Terminvereinbarung stattfinden,
  • nur eine Person je angefangene 40 Quadratmeter Trainingsfläche eingelassen wird,
  • ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liegt und
  • Name, Anschrift und Telefonnummer der Besucherinnen und Besucher ausschließlich zur Ermöglichung der Nachverfolgung von Infektionen von der Betreiberin oder dem Betreiber erfasst werden.

Auch in den Fitnessstudios ist gemeinsames Training und auch Personal Training nur unter Beachtung der für alle Sportstätten gültigen Regelungen möglich. Es dürfen daher auch dort nur maximal 5 Personen aus zwei Hausständen ohne Abstand in Kleingruppen trainieren. Die Kleingruppen / Einzelpersonen müssen dann wiederum 3 Meter Abstand zur jeweils nächsten Gruppe halten. Eine Durchmischung der Kleingruppen darf nicht erfolgen. Hat ein Fitnessstudio also eine Fläche von 300qm, dürfen höchstens 8 Personen in das Studio und diese müssen während des Trainings unter Beachtung der Kleinggruppengrößen während der Sportausübung einen Abstand von mindestens 3 Metern einhalten.  

Unter der Trainingsfläche sind alle normalerweise für den Publikumsverkehr zugänglichen Flächen zu verstehen, wie beispielsweise Gänge, Treppen, Empfang, Umkleiden, Kunden-Toiletten (vgl. § 11 Abs. 3 BauNVO). Abzugrenzen ist die Trainingsfläche von beispielsweise Büro- und Sozialräumen, Pkw-Stellplatzflächen sowie von Lagerflächen. Saunen und Schwimmbäder u.ä. sind geschlossen und dürfen nicht zur Trainingsfläche hinzugerechnet werden.

Welche Vorgaben gelten für weitläufige Sportanlagen (Golfplätze, Tennishallen, etc.) bzw. Outdoor-Bewegungsangebote?

Indoor-Sportanlagen dürfen von höchstens von zwei Hausständen mit bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen genutzt werden. Dazugehörige Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren bleiben hierbei unberücksichtigt.

Weitläufige gedeckte Sportanlagen (Tennishallen, Kartbahnen, Mehrfelderhallen) oder weitläufige Sportstätten im Freien wie z. B. Sportplätze, Leichtathletikstadien, Tennisanlagen, Golfplätze oder Reitplätze dürfen gleichzeitig von mehreren

  • Individualsportlich aktiven Personen oder
  • Kleingruppen bestehend aus
    • dem eigenen Hausstand oder
    • eines weiteren Hausstandes bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen stattfinden (dazugehörige Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren bleiben unberücksichtigt)

genutzt werden, wenn sie sich während der Sportausübung in mindestens 3 Meter voneinander entfernten Bereichen aufhalten. Eine konkrete Festlegung kann nur der Sportstättenbetreiber treffen, denn die individuelle Regelung ist von mehreren Faktoren (Zugang zur Sportstätte, Frischluftzufuhr, Raumluftsituation, Abtrennungsmöglichkeiten, etc.) abhängig. Die konkrete Festlegung muss die vorherrschenden Abstandsregeln berücksichtigen und sollte in einem Hygienekonzept hinterlegt sein.

Es muss gewährleistet sein, dass keine Durchmischung der einzelnen Personengruppen erfolgt. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die unterschiedlichen Personengruppen keine Umkleiden und Sanitäreinrichtungen teilen und sich auch ansonsten nicht begegnen, sodass die Abstandsregeln in jedem Falle eingehalten werden.


Outdoor-Fitnessparks, Bewegungsinseln oder andere frei zugängliche Sportgeräte bzw. -anlagen dürfen genutzt werden, wenn die Regelungen für Aufenthalte im öffentlichen Raum, allgemeinen Abstandsgebote und Hygienevorgaben in jedem Fall eingehalten werden. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Ansprechpartner für die Anlagen wie etwa Bewegungsinseln sind die Kommunen bzw. Betreiber.

Werden Trainer und Betreuer angesichts der stufenweisen Wiederaufnahme des Sportbetriebs bei der Vergabe von Impfterminen gesondert behandelt?

Aufgrund der momentan noch andauernden Impfstoffknappheit ist weiterhin eine Priorisierung bei den Impfungen notwendig. Die reine Trainer- oder Betreuertätigkeit als solches begründet hierbei leider keinen Anspruch auf eine prioritäre Schutzimpfung.

Es kann laut Landesregierung wohl davon ausgegangen werden, dass in den nächsten Wochen deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung stehen und bald auch der Impfstoff eines weiteren Herstellers verimpft werden wird. Das könnte zu einer Entlastung der gesamten Situation führen.

Selbstverständlich gelten auch für Trainer und Betreuer aber die allgemeinen Priorisierungskriterien, die in der Corona-Impfverordnung des Bundes festgelegt sind. Diese finden Sie hier.

Welche Sportveranstaltung dürfen noch stattfinden?

Im Breiten- und Freizeitsport finden keine Veranstaltungen mit Zuschauern statt. Im Spitzen- und Berufssport dürfen Veranstaltungen (Training oder Wettbewerb) stattfinden. Zuschauer sind dabei nicht gestattet. Lediglich zwingend notwendige Begleitpersonen wie etwa Erziehungsberechtigte können teilnehmen.

Bieten der Landessportbund, die Sportjugend und die Bildungsakademie derzeit Aus- und Fortbildungen an?

Einige Qualifizierungsmaßnahmen des Landessportbundes Hessen e.V., der Sportjugend Hessen und der Bildungsakademie finden seit Mitte März  wieder in Präsenz statt. Bitte kontaktieren Sie den jeweiligen Anbieter zu den aktuellen Bedingungen.

Gibt es klare Regelungen, wie Profi-Sportler und Berufssportler ihrem Sport nachgehen können?

Die Eindämmung des Corona-Virus hat für die Hessische Landesregierung höchste Priorität. Das bergeordnete Ziel ist nach wie vor Infektionsketten zu unterbrechen und die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems zu gewährleisten. Für Spitzen- und Profisportler ist ein Trainings- und Wettkampfbetrieb auf und in Sportanlagen sowie Eishallen (öffentliche, private, vereinseigene) unter Einhaltung eines umfassenden Hygienekonzepts jedoch möglich.

Doch für wen gilt diese Ausnahme? Das Innenministerium grenzt in Abstimmung mit dem Landessportbund Hessen den Profisport als bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen ab. Das Training von Kaderathleten ist mit einem eigenen Erlass vom 03. November 2020 extra geregelt. Darin werden folgende Personen und Personengruppen aufgeführt:

  1. Bundes- und Landeskaderathletinnen und -athleten (OK, PK, EK, NK 1, NK 2, LK) sowie Paralympische Bundes- und Landeskaderathletinnen und -athleten (PAK, PK, TK, NK1, NK 2, LK), welche von den zuständigen Bundes- oder Landesfachverbänden anerkannt sind.
  2. Spielerinnen oder Spieler der Jugend- bzw. Nachwuchsaltersklassen im Leistungsbereich (mindestens U 15 Mannschaften oder älter), deren Mannschaften in der höchsten Spielklasse (national oder länderübergreifend) spielberechtigt sind und einer Olympischen oder Paralympischen Sportart angehören; sofern es sich um ein durch den zuständigen Spitzenfachverband zertifiziertes Nachwuchsleistungszentrum handelt und eine der Mannschaften dieses Nachwuchsleistungszentrums in den oben genannten Spielklassen teilnimmt, gelten dort alle Mannschaften im Leistungsbereich als Spitzensport.
  3. Profi- oder Spitzensportmannschaften aller Sportarten. Unter Profisport ist die bezahlte Vollzeittätigkeit von Berufssportlern in Kapitalgesellschaften bzw. über den Wirtschaftsbetrieb von Vereinen zu verstehen. In Olympischen und Paralympischen Sportarten gelten die 1.-3. Ligen sowie die 4. Liga im Männerfußball, als Spitzen- bzw. Profisport.
  4. Selbstständige, vereins- oder verbandsungebundene Profisportlerinnen und -sportler (Vollzeittätigkeit) ohne Bundeskaderstatus. 

Welche Regeln gelten aktuell für den Schulsport?


Unter Berücksichtigung der aktuellen Vorgaben, des Ministerschreibens vom 22.02.2021 und dem aktuellen Hygieneplan sollen Sportunterricht, außerunterrichtliche Sportangebote sowie Bewegungsangebote in allen Schulformen und in allen Jahrgangsstufen unter Einhaltung von bestimmten Schutzmaßnahmen und der Berücksichtigung der entsprechenden Planungsszenarien sowie den Allgemeinverfügungen der Kreise und Städte bzw. der Gesundheitsämter stattfinden.

Zur Erfüllung der curricularen Anforderungen soll praktischer Sportunterricht erteilt werden. Bewegungsfördernde Elemente sind im Unterricht aller Fächer und in den Pausen möglich. Die Sportfachkonferenz entscheidet mit Zustimmung der Schulleitung, wie der Sportunterricht organisiert werden kann. Das gilt auch für die Sportunterrichtsorganisation von Abschlussklassen. (vgl. Punkt III.8 im Hygieneplan des Kultusministeriums und Anhang 2; Planungsszenarien für die Unterrichtsorganisation; Wiederaufnahme des Schul- und Unterrichtsbetriebes ab dem 11.Januar 2021)

Die Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung Hessen (ZFS) beschreibt den aktuellsten Stand sehr deutlich. In den dortigen FAQs ist auch vieles beschrieben, z.B. für den „eingeschränkten Regelbetrieb“ und das (derzeit geltende) „Wechselmodell“: In Phasen, z.B. dem Aufbau von Stationen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, ist die Mund-Nase-Bedeckung zu tragen: https://sway.office.com/CKF8wbsHcOjHR4H6?ref=Link

 

Gibt es Zugangskontrollen zu den Sportanlagen?

Der Zugang zu den Sportanlagen, wie auch der Trainingsbetrieb, muss so organisiert werden, dass jederzeit, auch vor und nach der Trainingseinheit, eine Trennung der Kleingruppen und deren Betreuer/ Eltern gewährleistet werden kann. Dies schließt auch wartende Betreuer/ Eltern ein. Entsprechende Hilfsmittel (Infotafeln, Absperrungen, Flipcharts, Aushänge der Trainingsorganisation) sollten genutzt werden.

Für den Spitzen- und Profisport gilt Folgendes: Die Zugehörigkeit zum Spitzen- und Profisport muss nachgewiesen werden. Beim Profisport erfolgt dies über die Profivereine, die Zugehörigkeit zu den Bundeskadern wird über den Olympiastützpunkt Hessen, nachgewisen. Die Zugehörigkeit zu den Landeskadern wird über die zuständigen Fachverbände Fachverbände nachgewiesen. Die Steuerung des Zutritts zu Sportanlagen muss unter Vermeidung von Warteschlagen erfolgen. Risikogruppen dürfen keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt sein.

Gibt es Arbeitshilfen für die Erstellung eines Hygienekonzepts?

Ob die Beachtung der sportartspezifischen Verbandskonzepte ausreicht oder eigene Konzepte entwickelt werden, liegt in der Verantwortung des jeweiligen Betreibers einer Sportstätte und ist immer sportartspezifisch zu beantworten. Hygiene und Desinfektionsmaßnahmen sind ein unverzichtbarer Teil zur Eindämmung der Pandemie und sollten verpflichtend durchgeführt werden.  

Darüber hinaus gibt es weitere hilfreiche Informationen, die bei der Erarbeitung eines Hygienekonzepts helfen können:

Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden?

Die Verantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften liegt bei dem Betreiber der Sportstätte; also dem Verein oder der Kommune oder auch dem privaten Unternehmer, der ein Sportangebot für Kunden anbietet, sobald dies wieder möglich sein wird.

Gilt die Testangebotspflicht für Arbeitgeber auch im Sport?

Die Bundesregierung hat Änderungen der Arbeitsschutzverordnung beschlossen, die voraussichtlich in der 16. Kalenderwoche 2021 in Kraft treten und zunächst bis zum 30. Juni 2021 gelten. Die ergänzten Regelungen hinsichtlich einer Testangebotspflicht betreffen auch Sportvereine, Sportverbände und Sportkreise, wenn diese Arbeitgeber sind. Demnach sind Arbeitgeber verpflichtet, allen Mitarbeiter*innen, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, regelmäßige Selbst- bzw. Schnelltests anzubieten:

  • grundsätzlich mindestens 1-mal pro Woche
  • für besonders gefährdete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tätigkeitsbedingt häufige Kundenkontakte haben oder körpernah arbeiten, mindestens 2-mal pro Woche
  • Die Kosten für die Tests tragen die Arbeitgeber

Das Testen entbindet nicht von der Einhaltung der AHA+L-Regel, der sonstigen technischen und organisatorischen Arbeitsschutzmaßnahmen sowie notwendigen Hygienevorkehrungen und der Beachtung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel.

Die Neufassung der Arbeitsschutzverordnung begründet KEINE Testpflicht für die Mitarbeiter*innen, jedoch eine Pflicht für den Arbeitgeber, Tests anzubieten. Hierfür bieten sich die sogenannten Schnell- oder Selbsttests an.

Beim Schnelltest wird von geschultem Personal eine Probe entnommen und vor Ort ausgewertet. Über das Ergebnis erhält man in der Regel innerhalb von 15 - 30 Minuten einen Nachweis. Selbsttests sind im Handel verfügbar. Ihr Vorteil ist, dass sie von jeder Person verwendet werden können. Die Selbsttests können zum Beispiel in Apotheken oder im (Online-) Handel (bspw. Drogerien, Supermärkte) erworben werden. Vereinsmitglieder, die Ärzte oder Apotheker sind, sollten hinsichtlich Beschaffung angesprochen und um Unterstützung gebeten werden. Die Arbeitgeber sollten zum Nachweis der Ein- und Durchführung der Testangebotspflicht Unterlagen zur Beschaffung von Tests (bspw. Rechnungen) sorgfältig aufbewahren, falls es seitens der Aufsichtsbehörden zu Prüfungen kommt.

Bei positiven Testergebnissen ist eine Isolierung und eine Bestätigung durch einen sogenannten PCR-Test notwendig; hierzu sollte Kontakt mit dem Hausarzt aufgenommen werden. Positive Schnelltest-Ergebnisse sind zudem meldepflichtig.

Beim Erwerb der Selbsttests sollte die Zulassungsliste des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte beachtet werden:
https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html

Weitere Informationen zu Coronatests und zu den entsprechenden Anwendungsregeln und Rechtsgrundlagen, die sich zudem häufig ändern, finden Sie hier:
https://www.zusammengegencorona.de/testen/

Die Testangebotspflicht gilt auch für Sportorganisationen, wenn diese Mitarbeiter*innen haben, also Arbeitgeber sind. Ehrenamtliche bzw. freiwillige Funktionsträger*innen sowie ehrenamtliche Übungsleiter*innen gelten in diesem Sinne NICHT als Arbeitnehmer*innen. Übungsleiter*innen, die nur die sogenannte Übungsleiterpauschale bis zu 3.000 Euro/Kalenderjahr erhalten, sind ebenfalls KEINE Arbeitnehmer*innen.

Das Merkmal „Arbeitnehmer*in“ liegt in der Regel immer dann vor, wenn der/die Mitarbeiter*in weisungsgebunden und in die Vereinsorganisation, zumeist auf Grundlage eines Arbeitsvertrages, eingegliedert ist. Dann muss der Verein u. a. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abführen. Auch ein 450-Euro-Minijob begründet in diesem Sinne für den/die Mitarbeiter*in den Status als Arbeitnehmer*in. Wenn ein*e Übungsleiter*in oder Trainer*in im Rahmen eines Honorarvertrages für den Verein tätig wird, liegt - unter bestimmten Voraussetzungen - eine selbstständige Tätigkeit vor – dies ist im Einzelfall zu prüfen.

Ganz allgemein gilt, dass Testen ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Pandemie-Bekämpfungs-Strategie ist: Es ermöglicht eine schnelle und präzise Erfassung der Zahl und Verteilung infizierter Personen in Deutschland. Dies ist die Grundlage für eine Unterbrechung von Infektionsketten und für einen Schutz vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Hinweis: Alle Bürgerinnen und Bürger können sich über die Testangebote der Arbeitgeber hinaus einmal wöchentlich kostenfrei auf das Corona-Virus testen lassen („Bürger-Tests“). Informationen der hessischen Landesregierung hierzu finden Sie ergänzend hier:

https://www.hessen.de/fuer-buerger/corona-hessen/fragen-und-antworten-zu-den-wichtigsten-regelungen#Wo%20kann%20man%20kostenlose%20Corona-Schnelltests%20durchf%C3%BChren%20lassen?

https://soziales.hessen.de/gesundheit/corona-in-hessen/poc-antigen-tests-schnelltests

Eine Liste der hessischen Teststationen finden Sie hier:
https://www.corona-test-hessen.de/

Informationen zu den aktuellen Änderungen der Arbeitsschutzverordnung:
https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2021/verbindliche-testangebote-in-betrieben-kommen.html

https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetze/Referentenentwuerfe/zweite-arbeitsschutzverordnung-sars.pdf?__blob=publicationFile&v=7

Allgemeine Informationen zur Corona-Arbeitsschutzverordnung:
https://www.bmas.de/DE/Corona/Fragen-und-Antworten/Fragen-und-Antworten-ASVO/faq-corona-asvo.html

Informationen zu Hygienevorgaben, AHA+L Regeln und Prävention:
https://www.zusammengegencorona.de/informieren/sich-und-andere-schuetzen/

Wer ist zuständig, wenn Sportstätten geschlossen sind und wieder öffnen?

In der Regel ist derjenige zuständig, der die Sportstätte unterhält oder betreibt. Häufig ist das die Kommune. Bei vereinseigenen Sportstätten sind die Vereine zuständig. Grunsätzlich bedarf es – nach Freigabe des Trainings- und Wettkampfbetriebs im Breiten- und Freizeitsports durch das Land Hessen – keiner weiteren Regelung mehr durch die Kommunen in Hessen, es sei denn es handelt sich um eine kommunale Sportstätte.

Die kommunalen Behörden vor Ort können aber in ihrer Zuständigkeit auch bei vereinseigenen Sportstätten jederzeit dafür sorgen und kontrollieren, dass alle Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingehalten werden.

Besteht Legionellengefahr, wenn sanitäre Anlagen länger geschlossen bleiben?

Ganz generell gilt: Wird eine Vereinsanlage eine gewisse Zeit lang nicht oder nur sehr unregelmäßig genutzt, kann das zur Verkeimung der vorhandenen Trinkwasseranlagen mit Legionellen führen. Der Grund: Der bei der Planung der Trinkwasseranlagen zugrunde gelegte regelmäßige Austausch in den Wasserleitungen ist nicht mehr sichergestellt. Dadurch wird das Risiko der mikrobiellen Verkeimung des Trinkwassers mit Legionellen und anderen pathogenen Keimen stark erhöht.

Was ist zu tun?

Nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung, die sich ebenso wie die erlassenen Rechtsverordnungen zum Corona-Virus auf den Infektionsschutzgesetz beruft, ist in Trinkwasser-Installationen der bestimmungsgemäße Betrieb jederzeit sicherzustellen. Dafür hätten Vereine auch während der "Corona-Pause" in ihren Anlagen eine bestimmungsgemäße Nutzung simulieren müssen - indem die Entnahmestellen spätestens alle 72 Stunden mindestens bis Erreichen der Temperaturkonstanz genutzt bzw. gespült wird, damit das in den Leitungen befindliche Trinkwasser ausgetauscht wird.

Wurde dieser Vorgabe nicht (dauerhaft) gefolgt, gelten nun folgende Vorgaben:

  • Bei Betriebsunterbrechungen von mehr als 3 Tagen sind vorbeugende und nachsorgende Maßnahmen zu organisieren, um einen technisch und hygienisch einwandfreien Zustand der Trinkwasser-Installation sicherzustellen.
  • Nach den Vorgaben der neuen Richtlinie VDI 6023-3/3810-2 kann bei Trinkwasser-Installationen, welche länger als 72 Stunden nicht genutzt werden, zu Beginn der Betriebsunterbrechung die jeweilige Absperreinrichtung geschlossen werden. Sollen die Leitungen nicht abgesperrt und weiterhin gespült werden, kann es je nach geplanter Dauer der Betriebsunterbrechung sinnvoll sein, die Warmwasserbereitung abzuschalten. Wenn die Warmwasserbereitung abgestellt werden soll, muss diese sofort kalt ausgespült werden. Damit wird verhindert, dass sich die Warmwasserleitungen langsam auf den für Legionellen günstigen Temperaturbereich abkühlen. Die Zirkulationspumpe sollte während der Spülmaßnahmen trotzdem in Betrieb bleiben, um den Wasseraustausch zu gewährleisten.
  • Bei Betriebsunterbrechungen ab 4 Wochen sollte die Wasserversorgung generell abgesperrt und die Zirkulationspumpe abgeschaltet werden.
  • Bei Wieder-Inbetriebnahme nach spätestens 7 Tagen genügt es, das Wasser mindestens fünf Minuten fließen zu lassen. Wichtig ist hierbei, mehrere Entnahmestellen gleichzeitig zu öffnen, um für eine genügend starke Durchströmung der Verteilleitungen zu sorgen. Die Spülung wird getrennt sowohl in der Kalt- als auch in der Warmwasserleitung durchgeführt.
  • Bei Wiederinbetriebnahme nach maximal 4 Wochen ist ein vollständiger Wasseraustausch an allen Entnahmestellen durch Spülung mit Wasser nach Vogaben des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches)-Arbeitsblatt 557 durchzuführen.
  • Sollte die Unterbrechung länger als einen Monat dauern, sind zusätzliche mikrobiologische Kontrolluntersuchungen auf allgemeine Keimzahl und auf Legionellen durchzuführen. Dies gilt sowohl für Kalt- als auch Warmwasserleitungen! WICHTIG: Die Untersuchungen werden nur von zugelassenen Instituten durchgeführt. Gerne benennt der Landessportbund Hessen e.V. (Kontakt siehe unten) ein entsprechendes Institut.
  • Ist eine Stilllegung von mehr als 6 Monaten abzusehen, ist sogar die Anschlussleitung durch das Wasserversorgungsunternehmen abzutrennen und zur Wiederinbetriebnahme gemäß DIN EN 806-4 vorzugehen.


Sollten Sie weitere Fragen haben oder Hilfe benötigen, steht lsb h-Energie- und Sportstättenberater Matthias Schwing, Tel: 069 6789-330, Fax: 069 6789-428, E-Mail: mschwing@remove-this.lsbh.de, gerne zur Verfügung.

Quellennachweis: Deutscher Verein der qualifizierten Schaverständigen für Trinkwasserhygiene e.V. (DVQST), Alexandra Bürschgens, Pressereferentin/Schriftführerin

Gibt es eine Einschätzungen zum Einsatz von Geräten zur Innenraumluftreinigung in Sportanlagen?

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie stellt sich verstärkt die Frage nach dem Einsatz von Luftreinigungsgeräten, insbesondere mit Blick auf die Anschaffung entsprechender zusätzlicher Geräte für den Einsatz in Sportanlagen (ähnlich wie in Schulen und Büroräumen).

Der Einsatz von zusätzlichen Luftreinigungsgeräten zur Pandemiebekämpfung wird aus Sicht des Landessportbundes Hessen zurückhaltend bewertet.

Der Begriff „Luftreiniger“ ist kein geschützter Begriff und wird derzeitig für eine Vielzahl von Geräten verwendet, die weder über ein einheitliches Wirkprinzip noch über vergleichbare Qualitätskriterien verfügt. Zusätzlich sind die Praxisbedingungen für einen ordnungsgemäßen Betrieb von besonderer Bedeutung (Luftströmungen, etc.).

  • Die wissenschaftlichen Erkenntnisse – insbesondere für Sport in Sporträumen wie z.B. Turn- und Sporthallen – sind nicht vorhanden, häufig zu ungenau bzw. nicht übertragbar (dies gilt insbesondere für Räume mit großem Raumluftvolumen bzw. verschiedene Technikkomponenten wie z.B. Warmluftheizungen und sportlicher Aktivität). 
  • Der Gerätemarkt ist sehr unübersichtlich und die technischen Anforderungen unspezifisch. Vor einem Kauf sollte eine Bestandsaufnahme und Risikobewertung der lufthygienischen Raumsituation durch Fachpersonal erfolgen. Laien können die Eignung der Geräte nicht vollständig einschätzen. Zusätzlich ist die Wirksamkeit der Geräte im Vergleich zur manuellen Lüftung der Räume von vielen Faktoren abhängig, z.B. Witterung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation der Umgebung, sportbezogene Nutzung.
  • Die sportspezifischen Coronaregeln des Landes Hessen, insbesondere die „Verordnung zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebes von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie“ enthalten keine Vorgaben oder Empfehlungen für den Einsatz von Luftreinigungsgeräten. Eine Verwendung von Lüftungsanlagen ist nach den einheitlichen Vorgaben des Landes, welche zwischen den Ministerien (insbesondere Sport und Gesundheit) abgestimmt sind, weder gefordert noch notwendige Voraussetzung für eine Ausübung des Sportbetriebes gemäß den Vorgaben der Verordnung.
  • Der Einsatz der Geräte kann eine falsche Sicherheit suggerieren. Entscheidend ist alleine die Einhaltung der Vorgaben der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung in der jeweils aktuellen Fassung.
  • Die Verwendungsbestimmungen sehen in der Regel vor, dass die Geräte zumeist im jeweiligen Raum aufgestellt werden müssen. Dies birgt zusätzliche Risiken wie z.B. Unfallgefahr, Diebstahl, Sekundäremissionen (bei UV-C, plasma- oder ozonbasierten Geräten).

Fazit

In kleinen Konferenzräume können passende Luftreiniger, je nach Belüftungslage, eine mögliche Ergänzung sein. Ein sinnvoller Einsatz in Sportanlagen ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Mit Blick auf die für Vereine entstehenden Kosten und Verantwortlichkeiten, verbunden mit einer fehlenden wissenschaftlichen Nützlichkeitsstudie kann der lsb h die Anschaffung von Luftreinigern für den Sportbetrieb aktuell nicht als sinnvoll empfehlen. Aus den genannten Gründen ist derzeit eine Förderung sowohl durch das HMdIS wie auch den lsb h nicht vorgesehen.