Finanzielle Hilfen

Finanzielle Hilfen

Eine Übersicht für Akteure im Sport

Förderprogramm des Landes für die Existenzsicherung gemeinnütziger Sportvereinem

In Ergänzung zu Überbrückungshilfe und Kurzarbeitergeld hat die Hessische Landesregierung im Jahr 2020 das Förderprogramm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ speziell für die Existenzsicherung von gemeinnützigen (Sport-)Vereinen aufgestellt. Dieses Programm wird 2021 fortgeführt. Anträge auf Corona-Vereinshilfe können bis Ende des Jahres beim Hessischen Ministerium des Innern und für Sport eingereicht werden. Richtlinie und Antragsformular finden Sie zusammen mit weiterführenden Informationen auf der Webseite des HMdIS.

Voraussetzung für die Beantragung der Corona-Vereinshilfe ist, dass der Verein im ideellen Bereich oder in der Vermögensverwaltung aufgrund der Corona-Virus-Pandemie in eine existenzbedrohliche finanzielle Notlage und/oder einen Liquiditätsengpass geraten ist. Der ideelle Bereich stellt die eigentliche Vereinsarbeit dar. Damit sind alle Tätigkeiten gemeint, die unmittelbar dazu dienen, den steuerbegünstigten Zweck zu erreichen. Bei Sportvereinen zählen hierzu klassische Einnahmen wie Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse und Spenden und Ausgaben wie z.B. Kosten für Freizeitsport oder Jugendarbeit und Verbandsbeiträge.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des HMdIS:
https://innen.hessen.de/sport/corona-hilfe-fuer-sportvereine-2021
 


Überbrückungshilfe III – jetzt einfacher und zielgenauer

„Überbrückungshilfe III - einfacher und zielgenauer“ (Förderzeitraum November 2020 bis Juni 2021)

In der nunmehr dritten Auflage der Überbrückungshilfe scheint es so, als sei es endlich gelungen die hohen Zugangshürden ihrer Vorgänger für Vereine aus dem Weg zu räumen.

Mit der Überbrückungshilfe III werden Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufliche aller Branchen mit einem Jahresumsatz bis zu 750 Millionen Euro unterstützt, die im Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021 einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 verzeichnen können.

Ein Unternehmen – so heißt es auch weiterhin –  ist nur dann antragsberechtigt, wenn es zum Stichtag 31. Dezember 2020 zumindest einen Beschäftigten hatte (unabhängig von der Stundenanzahl). Neu ist, dass bei gemeinnützigen Unternehmen bzw. Sozialunternehmen, Organisationen und Vereinen ohne Beschäftigte auch Ehrenamtliche (einschließlich Personen, die Vergütungen im Rahmen der Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG) oder der Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG) erhalten) als Beschäftigte gelten können.

Gemeinnützige Unternehmen (i.S.d. §§ 51 ff AO) sind unabhängig von ihrer Rechtsform antragsberechtigt, wenn sie wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt tätig sind. Bei diesen Unternehmen wird statt auf die Umsätze auf die Einnahmen abgestellt. Die Einnahmen umfassen die am Markt erzielten Umsätze, Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie Zuwendungen der öffentlichen Hand. Erfolgt keine monatliche Abrechnung der Einnahmen (z. B. jährliche Mitgliedsbeiträge), ist es zulässig, von einer gleichmäßigen Verteilung dieser Einnahmen über das gesamte Jahr auszugehen. Zuschüsse nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) und die Corona-Soforthilfen sowie die 1. Phase der Überbrückungshilfe sind im Rahmen der Corona-Überbrückungshilfe nicht als Einnahmen zu berücksichtigen.

Eine Inanspruchnahme der 1. und/oder 2. Phase der Überbrückungshilfe und/oder der Soforthilfe schließt die Inanspruchnahme der 3. Phase der Überbrückungshilfe nicht aus.

Unternehmen, die November- und/oder Dezemberhilfe erhalten, sind für diese Monate nicht antragsberechtigt. Die Ermöglichung einer Antragstellung für die Überbrückungshilfe III, wenn Anträge auf November- und/oder Dezemberhilfe zurückgenommen wurden und keine Auszahlung erfolgt ist, wird geprüft.

Die Antragstellung kann allerdings auch weiterhin nur über prüfende Dritte erfolgen (z.B. Steuerberater/in, Steuerbevollmächtigte/n, Wirtschaftsprüfer/in, vereidigten Buchprüfer/in oder Rechtsanwalt/-anwältin).

Anträge können bis zum 31. August 2021 gestellt werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.
 


Überbrückungshilfe II – für kleine und mittelständische Unternehmen

Die Überbrückungshilfe II für kleine und mittelständische Unternehmen bezieht sich auf den Förderzeitraum September bis Dezember 2020.

Zwischen Anfang Juli und Ende September gab es sie schon, die sogenannte „Corona-Überbrückungshilfe“, ein Bundesprogramm welches das bis 31. Mai laufende „Soforthilfeprogramm für Vereine“ ersetzte. Jetzt geht sie in die nächste Runde.

Sportvereine, auch gemeinnützige Sportvereine, sind grundsätzlich antragsberechtigt bei der "Corona-Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen". Dieses Programms gewährt finanzielle Hilfen insbesondere für Zweck- sowie wirtschaftliche Geschäftsbetriebe von Sportvereinen, setzt allerdings die Beschäftigung mindestens eines Mitarbeiters im Verein voraus.

Die Corona-Überbrückungshilfe dient der Überbrückung von Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen und hat damit einen anderen Ansatzpunkt als das Corona-Vereinshilfe-Förderprogramm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“. Die wichtigsten Eckpunkte werden durch das Wirtschaftsministerium auf dessen Webseite beantwortet.

Die Überbrückungshilfe ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm für den Mittelstand. Zu beachten ist, dass der Antrag nur über ein Steuerberater-, Wirtschaftsprüfer- oder ein Buchprüferbüro eingereicht werden kann. Dort werden die Voraussetzungen und Unterlagen vorgeprüft. Die Kosten für die Prüfung müssen zunächst durch den Antragsteller getragen werden, können jedoch in die Beantragung der Überbrückungshilfe einfließen und durch diese erstattet werden.

Bei gemeinnützigen Organisationen, also auch Sportvereinen, ist nicht der Umsatz relevant, sondern die Einnahmen. Eine Antragsberechtigung besteht, wenn mindestens eine der folgenden beiden Kriterien erfüllt ist:

  • Einnahmeneinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten.
  • Einnahmeneinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Zu beachten ist, dass diese Betrachtung nicht auf einzelne Steuersphären im Verein angesetzt wird, wie bei anderen Programmen, sondern die Einnahmensituation insgesamt betrachtet wird (d.h. die Summe aller Einnahmen aus ideellem Bereich, Vermögensverwaltung, Zweckbetrieben und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb).

Detaillierte Informationen sowie Informationen zu Ausschlusskriterien und Art und Umfang der Förderung sind auf der Seite des hessischen Wirtschaftsministeriums unter dem Stichwort Überbrückungshilfe zu finden. Die Antragsfrist endet am 31.03.2021."

Neustarthilfe – Fördermöglichkeit auch für Trainer und Übungsleiter

Die Neustarthilfe unterstützt Soloselbständige, die durch die Corona-Pandemie erhebliche finanzielle Einbußen erleiden.  Sie beträgt bis zu 7.500 Euro und wird als Liquiditätsvorschuss für die Monate Januar bis Juni 2021 ausgezahlt.

Mit der Neustarthilfe werden Soloselbständige in allen Wirtschaftszweigen finanziell unterstützt, die im Zeitraum Januar bis Juni 2021 Corona-bedingt hohe Umsatzeinbußen verzeichnen, aber nur geringe betriebliche Fixkosten haben und für welche die Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfe III daher nicht in Frage kommt. Dazu zählen Soloselbständige, die personenbezogene (z.B. Kosmetikerinnen und Kosmetiker) oder kreative, künstlerische Tätigkeiten ausüben (z.B. Musikerinnen und Musiker, Gestalterinnen und Gestalter, Fotografinnen und Fotografen) oder zum Beispiel im Gesundheitswesen (z.B. Therapeutinnen und Therapeuten, Trainer), der Tourismusbranche (z.B. Stadtführerinnen und Stadtführer, Reiseleiterinnen und Reiseleiter) oder Bildungsbranche (z.B. Sprachlehrerinnen und Sprachlehrer, Coaches) tätig sind.

Die Auszahlung der Neustarthilfe erfolgt in der Regel wenige Tage nach Antragstellung.
Anträge können einmalig bis zum 31. August 2021 gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.
 


 

November- und Dezemberhilfen

Antragsberechtigt sind alle Unternehmen (auch öffentliche), Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die auf Grundlage der erlassenen Schließungsverordnungen der Länder in Folge des Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Wie bei der Übergangshilfe gilt, es sind nur Vereine antragsberechtigt, die zum Stichtag 29.02.2020 zumindestens einen Beschäftigten hatten (unabhängig von der Stundenzahl).

Mit der November- und Dezember hilfe werden Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes im November bzw. Dezember 2019 gewährt, tageweise anteilig für die Dauer des Corona-bedingten Lockdowns. Auch bei gemeinnützigen Unternehmen wird ausschließlich auf die am Markt erzielten Umsätze abgestellt (nicht zum Umsatz zählen also z.B. Spenden, Mitgliedsbeiträge, Zuwendungen der öffentlichen Hand, Zuschüsse nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) oder die Überbrückungshilfe).

Anträge können in den nächsten Wochen über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe gestellt werden. Die elektronische Antragstellung muss hierbei durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt erfolgen.Die Antragstellung der Novemberhilfe erfolgt unabhängig von der Überbrückungshilfe.

Weitere Informationen finden Sie auf der Überbrückungshilfe-Seite der Bundesministerien Wirtschaft und Energie sowie Finanzen.
 


Coronahilfen Profisport

Seit dem 1. September 2020 können Sportvereine und Unternehmen der Profi- und Semiprofiligen Kompensationen für Einnahmeausfälle beim Bundesverwaltungsamt beantragen. Das Programm wurde inzwischen für 2021 verlängert.

Antragsberechtigte sind

  • Sportvereine und Unternehmen im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb, die mit wenigstens einer Mannschaft einer 1., 2. oder 3. Liga im Bereich der olympischen, nichtolympischen und paralympischen Individual- und Mannschaftssportarten angehören und in den Jahren 2019 und 2020 jeweils nicht mehr als 249 Mitarbeiter beschäftigen.
  • Verbände auf Bundesebene, die wenigstens eine Mannschaft im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb im Bereich der olympischen, nichtolympischen und paralympischen Individual- und Mannschaftssportarten haben oder regulär wenigstens einen professionellen oder semiprofessionellen Wettbewerb im Bereich der olympischen, nichtolympischen oder paralympischen Indivudual- und Mannschatssportern ausrichten oder veranstalten un in den Jarhen 2019 und 2020 jeweils nicht mehr als 249 Mitarbeiter beschäftigen.

Der DOSB hat das Programm begrüßt, äußert jedoch die Befürchtung, dass "die zahlreichen Vorgaben und Ausschlusskriterien wohl dazu führen, dass viele der theoretisch Antragsberechtigten in der Praxis nicht oder nur sehr bedingt von der Hilfestellung profitieren werden". 

Mehr zur Coronahilfe Profisport finden Sie auf der Webseite des Bundesverwaltungsamtes.
 


 

Förderprogramm "Ehrenamt digitalisiert"

Das Hessische Digitalministerium hat 2021 zum zweiten Mal das Förderprogramm "Ehrenamt digitalisiert" aufgelegt. Das Land Hessen unterstützt die Digitalisierung der Vereinsarbeit darüber mit jeweils 5.000 bis 15.000 Euro. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Vereine, deren hessische Dachverbände sowie gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts. Unterstützt werden Digitalisierungsvorhaben. Der Schwerpunkt sollte dabei auf der internen Verwaltung oder Struktur der Organisation liegen (beispielsweise der Mitgliederverwaltung oder digitalen Besprechungen) sowie auf der Gewinnung neuer Mitglieder. Darüber hinaus können Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen wie zum Beispiel zum Umgang mit den neuen Technologien oder zur Einführung neuer Abläufe und Prozesse gefördert werden. Besonders erwünscht sind ganzheitliche und nachhaltige Konzepte.

Mehr Informationen erhalten Vereine auf der Webseite des Hessischen Digitalministeriums.