Musiknutzung

Musiknutzung

in Videos und Livestreams


Viele Sportvereine und -verbände haben im Verlauf der Corona-Pandemie ihr digitales Angebot deutlich ausgeweitet: Gestreamte Fitnesskurse gehören genauso zum Angebot wie Online-Tutorials zur Laufschule oder Workout-Videos. Wer solche Online-Angebote veröffentlicht und dabei Musik verwendet, muss jedoch einiges beachten. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

Hintergrund

  1. Die meisten musikalischen Stücke sind urheberrechtlich geschützt und können daher nicht einfach verwendet werden. Die Nutzung muss hingegen erlaubt werden und ist meist mit Kosten verbunden.
     
  2. Die Nutzungsrechte der meisten Stücke werden in Deutschland über die GEMA, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, verwaltet. Einige Künstler verwalten die Rechte ihrer Stücke aber auch selbst. Zudem gibt es auch gemafreie Musik, aber die kennt ihr im Normalfall nicht aus dem Radio und Co.!
     
  3. Der Landessportbund Hessen e.V. hat mit der GEMA einen Pauschalvertrag für seine Mitgliedsvereine, Sportkreise, Verbände und den lsb h abgeschlossen. Darin wird die Nutzung von gema-geschützter Musik bei einer Reihe von Veranstaltungen pauschal abgegolten. Dazu zählen etwa Weihnachtsfeiern, Sport- und Spielfeste, Vorführungen zur Vereinspräsentation, sowie – wohl am wichtigsten – Training und Wettbewerbe (mit max. 1000 Besuchern) solcher Sportdisziplinen, bei denen Musik integrierter Bestandteil ist. Eine vollständige Liste der Veranstaltungen finden Sie in unserem Vereinsberaterportal unter: www.lsbh-vereinsberater.de/vereinsmanagement/organisation-und-verwaltung/gema/
    Alle anderen Musiknutzungen müssen vor den Veranstaltungen der GEMA gemeldet und bezahlt werden. Im Rahmen des Gesamtvertrages erhalten Mitgliedsvereine einen 20%-igen Rabatt. Das gilt beispielsweise auch für Sportkurse, für die eine Kursgebühr erhoben wird.

    Wie verhalten sich Vereine richtig?

    Lange Zeit war unklar, ob während der behördlich angeordneten Hallenschließungen aufgrund der Corona-Pandemie (aber auch darüber hinaus) Vereinsangebote mit Musiknutzung auf der Webseite des Vereins sowie über Youtube und ähnliche Kanäle verbreitet werden können, ohne dass dafür Zusatzkosten entstehen. Vom Service-Center der GEMA haben Vereine dazu sehr unterschiedliche Auskünfte erhalten. Auf Anfrage des DOSB hat die GEMA Ende Mai nun Folgendes mitgeteilt:

    • Für Inhalte mit Musik von Sportvereine auf Youtube und anderen Plattformen entstehenkeine zusätzlichen Lizenzkosten (andere Rechte wie Persönlichkeitsrechte müssen die Vereine selbstverständlich beachten).
    • Sportvereine, die mit uns Einzellizenzverträge für Musiknutzungen in Hallen etc. abgeschlossen haben, müssen für die Schließzeiträume keine Lizenzgebühren bezahlen; die Rückzahlungsanträge werden online erfolgen; über das Prozedere werden die Sportvereine gesondert informiert.
    • Sollten Sportvereine nach Corona das Kursangebot etc. weiterhin über die Social Media Plattformen anbieten wollen, fallen keine zusätzlichen Kosten an.
    • Sollten Sportvereine diese Angebote über die eigenen Homepages anbieten wollen, bedarf es einer Lizenzierung nach dem Gema-Tarif VR-OD-10 oder einer Erweiterung des Pauschalvertrags.

    Völlig "frei von Sorgen" sind Vereine, wenn sie ausschließlich mit Videos ohne Musik arbeiten oder gema-freie Musik verwenden. Solche rechtefeie Musik finden Sie beispielsweise auf folgenden Internetseiten:

    Zusammenarbeit mit der Mediathek Hessen  

    Sport-Videos mit gema-geschützter Musik können – dank einer Zusammenarbeit des Landessportbundes mit den Offenen Kanälen – auch über die Mediathek Hessen und im Programm des Offenen Kanals veröffentlicht werden. Von der Mediathek Hessen aus können Videos problemfrei verlinkt oder auf der eigenen Webseite eingebunden werden. Für dort veröffentlichte Videos besteht ein Pauschalvertrag mit der Gema, so dass sich Vereine hier keine Sorgen machen müssen.

    • Die Offenen Kanäle, langjähriger Kooperationspartner des Landessportbundes Hessen, bietet Vereinen zudem eine telefonische Beratung für die Produktion von Videos sowie Unterstützung bei der Nachbearbeitung des Videomaterials an. Nicht nur während der Corona-Krise, sondern auch danach.
    • Der Austausch von Videomaterial (also auch die Zusendung Videos, die online gehen sollen), erfolgt dabei cloudbasiert: Vereine können ihre Videos per WeTransfer oder Dropbox übertragen oder die Cloud des Offenen Kanals nutzen. Interessierte aus ganz Hessen können unter info@remove-this.mok-rm.de oder Tel. 069 9819 6743 Kontakt mit dem Offenen Kanal Rhein-Main aufnehmen. Ansprechpartnerin ist Nadine Tepe. Sie übernimmt auch die Abstimmung mit den anderen Offenen Kanälen in Hessen.
    • Die Vereine müssen die Rechte an ihren Videos nicht an den Offenen Kanal abtreten. Sie müssen lediglich bestätigen, dass die Rechte bei ihnen liegen und dass Persönlichkeitsrechte etc. eingehalten wurden.
    • Der Offene Kanal veröffentlicht die Videos in der Mediathek Hessen sowie über das digitale Kabelnetz im TV: Der Community-Sender Offener Kanal Rhein-Main ist im digitalen Kabelnetz von Unitymedia auf Programmplatz 391 zu finden. Via Livestream können die Inhalte unter www.mok-rm.de gesehen werden. Werden Sendungen verpasst, sind Sie unter www.mediathek-hessen.de ohne zeitliche Beschränkung abrufbar.
    • In der Mediathek werden die Videos unter der Themenrubrik „Sport“ platziert. Außerdem sollen sie perspektivisch prominent auf den Unterseiten der Offenen Kanäle positioniert werden. Auf der Seite des Offenen Kanals Rhein-Main z.B. dort wo gerade die „Frage der Woche“ erscheint: https://mediathek-hessen.de/partner_12_Medienprojektzentrum-Offener-Kanal-Rhein-Main.html

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