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Förderung, Gleichstellung und Chancengleichheit

Frauenvertreter/-innen der südlichen Landessportbünde treffen sich in Frankfurt am Main

Wie sind die einzelnen Landessportbünde und Fachverbände in Sachen Gleichstellung und Frauenförderung aufgestellt? Wie steht es in der Sportberichterstattung um eine geschlechtergerechte Darstellung? Und inwiefern besteht in Sachen Gendersprache bei den Sportorganisationen noch Nachholbedarf? Mit diesen und vielen weiteren Fragen befassten sich die Frauenvertreter/-innen der südlichen Landessportbünde und -verbände bei ihrem Treffen am 12. und 13. April. Dieses sogenannte „Südschienentreffen“ findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt. Dieses Jahr war Hessen an der Reihe, 2020 findet das Treffen in Rheinland-Pfalz statt.  
Brigitte Senftleben, Vorsitzende des Landesausschusses Gleichstellung im Sport des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h), begrüßte die Anwesenden. Präsident Dr. Rolf Müller skizzierte in seiner Ansprache kurz die Veränderungen im lsb h seit dem letzten Sportbundtag im September 2018 und die Ziele für die laufende Amtsperiode. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Gleichberechtigung in der heutigen schnelllebigen Zeit künftig schneller voranschreiten werde als früher, was in einigen Vorständen der Landessportbünde und Verbände schon ersichtlich sei. Nichtsdestotrotz müsse man sich für Gleichstellung stark machen. Entscheidend für den Erfolg sei dabei, gemeinschaftlich miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten.

eSports für Frauen?
Im Rahmen einer Vorstellungsrunde tauschten sich die Vertreter/-innen der Landessportbünde und Verbände darüber aus, was ihre Organisationen 2018/2019 angestoßen haben. Bei Themen wie Frauen und Gleichstellung, Förderung durch Mentorenprogramme, Gewinnung von Ehrenamtlichen, Aufruf gegen sexualisierte Gewalt, Aus- und Weiterbildungen sowie Netzwerkarbeit erkannte man große Überschneidungen. Doch auch neue Aspekte wie eSports für Frauen und Social Media wurden kontrovers diskutiert.
Am zweiten Tag warf Kirsten Witte-Abe (DOSB) einen Blick zurück auf das Fachforum „Frauen und Gleichstellung“, zu dem der DOSB im März nach Frankfurt eingeladen hatte. Sie berichtete über die Aufteilung des Forums in die drei Blöcke Frauenförderung, Annäherung an Gleichstellung und Engagement für Chancengleichheit sowie die Ermittlung des Status quo im DOSB und seinen Mitgliedsorganisationen. Auch beim Südschienentreffen diskutierte man im Anschluss die Vor- und Nachteile dieser Bemühungen.

Frauen und Gleichstellung in den Medien
Zum Thema geschlechtergerechte Darstellung in den (Sport-)Medien informierte Witte-Abe aus der gleichnamigen AG des DOSB. Anhand von Beispielen zeigte sie die Problematik bei der Berichterstattung auf. Schnell entfachte auch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine rege Diskussion über Sportkleidung,  Bezeichnungen wie „Goldmädel“, „Rennmiezen“ und „Turnküken“ sowie Fotos von Sportler/innen in emotionalen Situationen. Mit der Einführung des dritten Geschlechts sei bei der  geschlechtergerechten Darstellung in den Medien eine weitere Herausforderung hinzugekommen. Auch der Sport müsse sich gegenüber dieser gesellschaftlichen Entwicklung öffnen und seine Sprache anpassen. Witte-Abe:  „Achtet mal in der eigenen Organisation darauf, ob die Gendersprache schon Einzug gehalten hat.“
Zum Abschluss stellte sie das DOSB Wissensnetz vor. Es bietet Mitarbeitende und Verantwortliche im gemeinnützigen Sportsystem in einem passwortgeschützten Bereich die Möglichkeit, sich zu allen möglichen (Sport-)Themen zu informieren und auszutauschen. Mit einem mit hessischen Produkten gefüllten Brotkörbchen bedankte sich der Landesausschuss des lsb h am Ende für die rege Teilnahme. Hergestellt wurden die Körbchen von Migrantinnen im Rahmen des Projekts „StichWort“ des Malteser Integrationsdienstes in Maintal, das Spracherwerb und einen Nähkurs kombiniert.
Ute Hoyer/Isabell Boger

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