2020/21

Die Projektleiterin

Dagmar Schmitt-Merkl

Erfolgreich im Sport - Erfolgreich im Beruf - Erfolgreich im Leben

Ich habe diesen Slogan für das Mentoring für Frauen in Sport in Hessen entdeckt und er hat mich neugierig gemacht.

Wie wichtig das Engagement von Frauen im Sport ist, sehe ich in meinem Verein tagtäglich. Der Großteil unserer ehrenamtlich Engagierten ist weiblich, egal ob im sportlichen Übungsbetrieb oder bei allen anderen Aufgaben, die zu erledigen sind.  

Schau ich mir die Führungsebene in den Vereinen an sieht es plötzlich ganz anders aus. Beim Gauturntag, der Mitgliederversammlung unseres Turngaus, sind geschätzt nur 1/3 der anwesenden Vertreter der Turnvereine weiblich. Noch extremer ist es am Sportkreistag, der Mitgliederversammlung der Sportvereine, als Frau fühle ich mich beinahe wie eine Exotin. Werfen wir einen Blick auf die reservierten Plätze für die Ehrengäste dieser Veranstaltungen, dann sind dort weibliche Ehrengäste so gut wie nie vertreten.

Ich finde, wir müssen das ändern. Denn meiner Meinung nach sind Frauen für Führungsaufgaben wesentlich besser geeignet als Männer. Nicht weil sie intelligenter sind als Männer, sie sind auch nicht dümmer. Aber sie sind geschickter in der Führung von Menschen. Was ihnen meiner Meinung nach angeboren ist.

Aufgefallen ist es mir schon bei meinen eigenen Kindern, als sie klein waren.  Unsere beiden Töchter haben, wenn sie etwas von uns wollten, erst mal die Stimmung ihrer Eltern sondiert. Meist erfolgte der Wunsch-Angriff auf ihren Papa. Sie haben ihm mit Schmeicheleien oder Küsschen, das Gefühl gegeben, der beste Papa der Welt zu sein.  So ganz nebenbei wurde dann gefragt, ob wir heute nicht ins Schwimmbad, ins Kino oder zum Reiten gehen könnten. In der Regel waren sie damit erfolgreich.
Ganz anders dagegen unser Sohn: Geradeheraus, ohne Umschweife fiel er mit seinen Wünschen, wie mit der Tür ins Haus. Eine ehrliche Methode ja, aber seine Erfolgsquote war wesentlich geringer.

Nichts anderes ist es, was man bei der Führung von Menschen benötigt, schaffen eines angenehmen Arbeitsklimas, Motivation und natürlich Diplomatie.

Eine Verstärkung des Frauenanteils in Führungspositionen, eine gesunde Mischung von Frauen und Männern kann deshalb für uns alle nur von Nutzen sein.

Das hat der Gleichstellungsausschuss des Landessportbundes Hessen erkannt. Das Mentoring Programm soll Frauen quasi eine Starthilfe geben, ihre Persönlichkeiten durch Seminare stärken, sie wichtige Netzwerke knüpfen lassen und einen Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen ermöglichen.

Aber was es auf keinen Fall machen soll, es soll nicht aus Frauen Abbilder von Männern machen.

Ich freue mich sehr, dass ich auch bei der kommenden Mentoring-Staffel dabei sein darf. Dieses Mal aus einer etwas anderen, aber bestimmt nicht weniger interessanten Perspektive als im letzten Jahr.

D. Schmitt-Merkl

Die Schirmherrin

Anja Wolf-Blanke

Der Ursprung des Mentoring liegt bereits in der griechischen Mythologie. Mentor, ein Freund des Odysseus, erzog Telemachos, den Sohn des antiken Helden. In allen Kulturen, Berufen und Sparten gab und gibt es seither Mentoren, erfahrene und einflussreiche Personen. Sie beraten, begleiten und fördern Mentees, besonders befähigte jüngere Menschen. Dies gilt auch für den Landessportbund Hessen, der seit 2009 mit großem Erfolg Mentoring-Programme für Frauen anbietet.

Alle am Mentoring Beteiligten erzielen durch das kontinuierliche, gegenseitige Feedback einen Gewinn für ihre Persönlichkeitsentwicklung. Die Mentee profitiert von den Erfahrungen der Mentorin, schärft ihr Kompetenzprofil, baut eigene Netzwerke auf und entwickelt Strategien zur Vereinbarkeit aller Lebensbereiche. Die Mentorin reflektiert ihren Arbeits- und Führungsstil, wird mit neuen Ideen, Denk- und Arbeitsweisen konfrontiert und erfährt Freude bei der Weitergabe ihrer Erfahrungen.

Allen Mentorinnen, die sich zur Mitarbeit bereit erklärt haben, gilt mein besonderer Dank. Der neuen Staffel des Mentoring-Programmes wünsche ich ein gutes Gelingen sowie allen Beteiligten einen persönlichen Gewinn weit über ihr ehrenamtliches Engagement hinaus.

Ihre
Anja Wolf-Blanke
Präsidentin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes e.V.

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