Pressemeldung

Bündnis für Gemeinwohl

Landessportbund und weitere Akteure unterzeichnen Appell zur Stärkung des Lotto-Prinzips in Hessen

  • LOTTO Hessen, der Landessportbund Hessen, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen und der Hessische Jugendring unterzeichnen gemeinsamen Appell, um das Lotto-Prinzip in Hessen zu stärken und die Förderung von Sport, Kultur und sozialen Projekten langfristig zu sichern.
  • Initiative fordert klare und wirksame Regeln für den Glücksspielmarkt, um illegale Angebote zurückzudrängen und die Gemeinwohlfinanzierung nachhaltig zu sichern.
  • Hessischer Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz würdigt Initiative als wichtiges Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hessen.


Ob Sportvereine, soziale Einrichtungen, kulturelle Projekte oder der Erhalt historischer Denkmäler: Viele Angebote, die das Leben in Hessen bereichern, profitieren von staatlichen Lottomitteln. Denn ein wichtiger Teil der Spieleinsätze kommt dem Gemeinwohl zugute. Als Beitrag zur laufenden Debatte über die bevorstehende Reform der deutschen Glücksspielregulierung appellieren LOTTO Hessen, der Landessportbund Hessen, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen sowie der Hessische Jugendring dafür, dieses Grundprinzip zu stärken. Unter der Überschrift „Gemeinsam für Hessens Gemeinwohl“ haben sie heute einen entsprechenden Appell in der Wiesbadener Casino-Gesellschaft unterzeichnet.

Die Initiative findet breite Resonanz aus dem gesellschaftlichen Umfeld Hessens und darüber hinaus: Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das Rheingau Musik Festival, die Sportstiftung Hessen, die Bernd Reisig Stiftung „helfen helfen“, die Deutschlandstiftung Integration sowie Eintracht Frankfurt – sie und viele weitere Organisationen aus Sport, Kultur, Wirtschaft und Sozialem unterstützen den Kerngedanken der vier Träger des Appells.

Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Hessischer Finanzminister und Schirmherr der Veranstaltung, würdigt das gemeinsame Engagement: „LOTTO Hessen verbindet verantwortungsvolles Glücksspiel mit einer verlässlichen Gemeinwohlförderung und stärkt gesellschaftliche Angebote, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Diese Lottomittel leisten einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt in Hessen. Gerade ehrenamtliches Engagement wäre ohne dieses Lotto-Prinzip vielfach gar nicht denkbar. Ich danke den Initiatoren und Unterstützern, die sich gemeinsam für den Erhalt dieses jahrzehntelang bewährten Prinzips einsetzen.“

Über das Lotto-Prinzip kommt ein erheblicher Teil der Spieleinsätze – rund 36 Prozent inklusive Lotteriesteuern – dem Gemeinwohl zugute. LOTTO Hessen hat so seit Gründung im Jahr 1949 bereits über sechs Milliarden Euro für Sport, Kultur, Soziales, Denkmal- und Umweltschutz beigesteuert. Das Modell gerät jedoch zunehmend unter Druck: Schätzungen zufolge finden bereits bis zu 50 Prozent der Glücksspielaktivitäten außerhalb des regulierten Marktes statt. „Diese Schwarzmarktangebote kassieren den Spieleinsatz, geben aber nichts zurück: keine Steuern, keinen Jugend- und Verbraucherschutz, keine Gemeinwohlfinanzierung“, sagt Martin J. Blach, Sprecher der Geschäftsführung von LOTTO Hessen. „Dieser gefährlichen Entwicklung möchte unser Bündnis aus gesellschaftlich engagierten Akteuren entgegenwirken.“

Die bis Ende 2026 vorgesehene Evaluation des Glücksspielstaatsvertrags und die mögliche Novellierung ab 2028 bieten aus Sicht der Initiative nun die Chance, politisch gegenzusteuern. Der Unterzeichnerkreis fordert daher einen funktionierenden Glücksspielmarkt unter den Leitprinzipien von Verantwortung und Freiheit. Dies beinhaltet, die Kanalisierung der Glücksspielnachfrage in den legalen Markt als oberstes regulatorisches Ziel zu verankern und den Vollzug gegen illegale Anbieter konsequent umzusetzen. Angemessene Werberegelungen sowie unbürokratische Genehmigungsverfahren sollen zudem das legale Angebot nachhaltig stärken. Gleichzeitig unterstreicht der Appell die Bedeutung einer interdisziplinären Glücksspielforschung als Grundlage für eine zielgerichtete Regulierung.

Juliane Kuhlmann, Präsidentin des Landessportbunds Hessen: „Das Lotto-Prinzip ist für den organisierten Sport ganz entscheidend. Es sorgt für verlässliche Strukturen, von denen unsere 7.300 Sportvereine auf vielfältige Weise profitieren, etwa durch die Förderung vereinseigener Sportstätten, kostengünstige Bildungsangebote oder die Förderung von Übungsleitenden.“ 

Dr. Markus Juch, Vorstandsvorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen ergänzt: „Das Lotto-Prinzip ermöglicht zahlreiche soziale Angebote, auf die Menschen in Hessen täglich angewiesen sind. Eine verlässliche Förderung stärkt die soziale Infrastruktur und hilft dabei, Unterstützung dort anzubieten, wo sie am dringendsten gebraucht wird.“

Und der Vorsitzende des Hessischen Jugendrings, Mario Machalett, unterstreicht: „Die Gefahren der Spielsucht, gesetzliche Regelungen und Pflichten – all das spielt im Schwarzmarkt keine Rolle. Wir müssen aber gerade junge Menschen vor den Gefahren unerlaubten Glücksspiels schützen. Verbote nutzen dazu nicht, vielmehr brauchen wir die Stärkung legaler Anbieter und ihren Einsatz fürs Gemeinwohl, um Angebote der Jugendarbeit und der außerschulischen Jugendbildung zu ermöglichen.“

Der Appell „Gemeinsam für Hessens Gemeinwohl“ besteht aus vier Initiatoren sowie rund 20 Vereinen und Institutionen, die die Grundgedanken des Appells aktiv unterstützen. Das Bündnis versteht sich bewusst als offene Initiative, der sich weitere Akteure jederzeit anschließen können. Der Kontakt zu den genannten Institutionen ist über die Kontaktpersonen durchgängig möglich und erwünscht.

Zum Wortlaut des Appells geht es hier.

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