Arbeitskreis Sport und Geschichte

Der Arbeitskreis

Sport und Geschichte

Die Mitglieder des Arbeitskreises sind Fachleute, die beispielsweise als Sportkreisvorsitzende oder Mitarbeiter in der Sportverwaltung entsprechende Erfahrungen gesammelt haben. Seit über 20 Jahren bemüht sich der Arbeitskreis systematisch um die Aufarbeitung der Historie des organisierten Sports. Während dieser Zeit wurden Ausstellungen, Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen organisiert sowie zahlreiche  Fachbeiträge in der Zeitschrift „Sport in Hessen“ veröffentlicht.

Ein wichtiges Beschäftigungsfeld des Arbeitskreises Sport und Geschichte ist die Weiterentwicklung des Landessportbund-Archivs. Dieses nicht allgemein zugängliche Archiv umfasst unter anderem Akten des Landessportbunds Hessen, Unterlagen von Sportkreisen und Sportverbänden sowie thematische Sammlungen.

Ohne gesicherte Sportüberlieferungen keine Sportgeschichte

Beschluss des Präsidiums des Landessportbundes Hessen e.V.

Der Arbeitskreis „Sport und Geschichte“ des lsb h hat sich seit seiner Gründung in unterschiedlicher Weise darum bemüht, hessische Sportvereine, Sportkreise und Fachverbände für die Bedeutung der Sicherung von Sportüberlieferungen zu sensibilisieren.  Die bisherigen Erfahrungen legen es nahe, einen modifizierten Versuch mit geänderten Verfahrensansätzen anzustreben.

Die Schwerpunkte der anzuregenden Verbesserungen sind in dem Grundsatzpapier (Anlage) „Ohne gesicherte Sportüberlieferungen keine Sportgeschichte!“ beschrieben worden.

Gründe bzw. Eckpunkte für die Überarbeitung sind:

  • Vereinsgeschichte, Verbandsgeschichte, lokale und regionale Sportgeschichte sind auf die Nutzung gesicherter Sportüberlieferungen (z. B. archivierte Vereinsunterlagen, Jahresberichte, bedeutsame Originalunterlagen, Vereinspublikationen und Presseberichte) angewiesen.
  • Der Versuch, möglichst viele Sportvereine zum Aufbau eigener Archive zu motivieren und zu befähigen, ist weitgehend gescheitert. Dies gilt auch für die unterstützende Tätigkeit von Archivbeauftragten der Sportkreise.
  • Künftig muss eine Intensivierung der (allerdings schwierigen) Kooperation mit öffentlichen Archiven im Vordergrund stehen. Das erfordert ein Tätigwerden des AK „Sport und Geschichte“ vor Ort. Einzelheiten des jeweiligen Vorgehens sollen mit den hessischen Sportkreisen erörtert werden.
  • Die Sportvereine sollten in geeigneter Weise immer wieder an die Bedeutung der Internetauftritte, die regelmäßige Veröffentlichung von aussagekräftigen Jahresberichten, die Abgabepflicht für Vereinspublikationen und die Anregung von themenbezogenen Presseberichten erinnert werden.

Grundsatzpapier

Ohne gesicherte Sportüberlieferungen keine Sportgeschichte

Die Sicherung von Sportüberlieferungen (z. B. durch die dauerhafte Aufbewahrung von wichtigem Schriftverkehr, Jahresberichten und Vereinspublikationen) ist kein Selbstzweck, sondern eine fundamentale Voraussetzung für jede Art der Sport-Geschichtsschreibung.

Diese betrifft sowohl die Erarbeitung von Festschriften aus Anlass eines Jubiläums als auch das Verfassen von Beiträgen zur Sportgeschichte einer Stadt oder eines Landkreises. Weitere Beispiele sind Ausarbeitungen zur Geschichte einzelner Sportarten und Sportstätten oder Biographien von Sportlern. Um Sport-Geschichtsschreibung handelt es sich aber auch, wenn die Entwicklung sportpolitischer Zielsetzungen gesellschaftlicher Gruppierungen dargestellt wird.

Naheliegend wäre deshalb, wenn die Überlieferungen eines Sportvereins oder eines Sport-kreises grundsätzlich in eigenständigen Archiven auf Dauer gesichert würden. Dagegen sprechen aber der damit verbundene erhebliche Zeit- und Arbeitsaufwand sowie das in der Regel unzureichende Fachwissen ehrenamtlicher „Archivare“. Zweckmäßiger ist es deshalb auf jeden Fall, die Zusammenarbeit mit öffentlichen Archiven zu suchen, um etwa nach Abschluss eines Depositalvertrags  die erhaltenswerten Unterlagen eines Vereins oder eines Sportkreises zur fachgerechten dauerhaften Aufbewahrung an dieses Archiv zu geben.

Mehrere - allerdings nicht repräsentative - Erhebungen haben in der Vergangenheit jedoch zu dem nicht überraschenden Ergebnis geführt, dass die meisten Sportvereine ihr Archivgut eher provisorisch in häufig dafür nicht geeigneten Räumen aufbewahren oder aber dem jeweiligen Vorsitzenden überlassen. Probleme treten dann spätestens bei einem Vorsitz-Wechsel auf, wenn über den weiteren Verbleib der Unterlagen entschieden werden muss. Außerdem sind diese Archivalien im Allgemeinen der interessierten Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Angesichts dieser Ausgangslage sollten zumindest - wie vorgeschrieben - alle einschlägigen Publikationen eines Vereins (z. B. Festschriften, Broschüren über Abteilungsjubiläen oder wichtige Veranstaltungen) an die Deutsche Nationalbibliothek (2 Exemplare) und an die jeweils zuständige hessische Bibliothek  abgegeben werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Bibliothek der Deutschen Sporthochschule in Köln sowie lokal und regional zuständige Bibliotheken und Archive mit den Publikationen zu versorgen. Die lokal und regional zuständigen Adressaten sollten jeweils auch aktuelle Exemplare der Vereinszeitungen erhalten.

Sporthistoriker wissen im Übrigen die Vorteile ausführlicher Jahresberichte von Sportvereinen, Sportkreisen oder auch Sportämtern zu schätzen, weil aus diesen mit relativ geringem zeitlichen Aufwand wichtige Informationen über die jeweilige Entwicklung und die Aktivitätsschwerpunkte zu entnehmen sind. Für die Erarbeitung von Jahresberichten der Sportvereine oder Sportkreise spricht auch, dass in den Jahreshauptversammlungen bereits pflichtgemäß über die wichtigen Ereignisse aus dem Geschehen des letzten „Geschäftsjahres“ berichtet werden muss. Es empfiehlt sich, diese Berichte von vornherein so anzulegen, dass sie vervielfältigt und zumindest an die lokal und regional zuständigen Archive und Bibliotheken zur dauerhaften Aufbewahrung abgegeben werden können.
Da mittlerweile fast alle Sportvereine über einen eigenen Internetauftritt verfügen, sollten die Jahresberichte dort ebenfalls veröffentlicht werden. Dies gilt außerdem für Vereinszeitungen sowie für Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Publikationen. Darüber hinaus ist es zweckmäßig, zumindest eine Kurzversion der Vereinsgeschichte auszuweisen und durch Angaben zu den gedruckten Fassungen von Chroniken oder Festschriften zu ergänzen.

Sporthistoriker nutzen schließlich auch gerne die Berichte in lokalen oder regionalen Tageszeitungen für ihre Arbeit. Von besonderem Interesse sind dabei Beiträge zu Problemen oder Schwerpunkten der Vereinsarbeit, während „Spielberichte“ im Allgemeinen eher von untergeordneter Bedeutung sind. Die Vereine sollten sich auch deshalb auf jeden Fall um einen guten Kontakt zur örtlichen Presse bemühen, weil dann eher die Möglichkeit gegeben ist, auf aktuelle Fragen hinzuweisen, über die berichtet werden könnte.

Die Präsentation von Sportüberlieferungen in Vorträgen und Ausstellungen trägt zur Sensibilisierung für sportgeschichtliche Themen bei. Dies gilt ebenso für sporthistorische Exkursionen und Stadtführungen, die eine gute Möglichkeit sind, um das Interesse an Sportgeschichte zu wecken, und erfahrungsgemäß von Interessenten gerne genutzt werden. Es ist davon auszugehen, dass damit auch andere Sportvereine ermuntert werden, die Sicherung von Sportüberlieferungen in ihre Überlegungen einzubeziehen.

Eine entscheidende Rolle kommt in diesem Zusammenhang den Sportkreisen zu, die das Thema „Sicherung von Sportüberlieferungen“ auf ihre Agenda setzen sollten, um nach einer Bestandsaufnahme Lösungsvorschläge zu entwickeln, die Sportvereine zu entsprechenden Aktivitäten veranlassen könnten. In diesem Zusammenhang ist es beispielsweise auch sehr empfehlenswert, frühzeitig mit Archiven im jeweiligen Einzugsbereich Kontakt aufzunehmen, um deren Bereitschaft zur Unterstützung auszuloten.

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Sportüberlieferungen richtig sichern

Druckfrisch ist ab sofort der erste Band der Reihe "Sicherung von Sportüberlieferungen - Sachstandsberichte und Perspektiven" erhältlich, den der Arbeitskreis Sport und Geschichte gemeinsam mit verschiedenen Partnern herausgegeben hat.
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Ansprechpartner

AK Sport und Geschichte

Dr. Frank Obst

Geschäftsbereichsleiter

Tel.: 069 6789-108
Fax: -427
E-Mail: fobst@remove-this.lsbh.de

Ivonne Jahn

Sachbearbeitung

Telefon: 069 6789-448
Fax: -427
E-Mail: ijahn@remove-this.lsbh.de

Peter Schermer

Vorsitzender AK Sport und Geschichte