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Sport.Medien.Camp

Seminar am 26./27. Mai 2018


"Mein Verein im Internet – Videos für Social Media und Co.": Unter dieser Überschrift laden der Landessportbund Hessen und die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien am 25. und 26. Mai 2018 zum Sport.Medien.Camp in die Räume des Offenen Kanals in Kassel ein. Vermittelt wird Know-how vom Schnitt bis zum Dreh, angesprochen sind Öffentlichkeitsarbeiter und Interessierte aus Sportvereinen, Sportkreisen und Sportverbänden.

Ein kurzer Imagefilm, ein multimedialer Aufruf zur Mitgliedergewinnung, Veranstaltungshinweise oder ein Lehrfilm für die Trainingsarbeit mit Kindern und Jugendlichen: Mit etwas Kreativität und der passenden Technik können Videos und Kurzfilme die Öffentlichkeitsarbeit eines Vereines bereichern. Das nötige Handwerkszeug dafür wird beim Sport.Medien.Camp vermittelt. Die Teilnahme ist für Mitglieder aus im Landessportbund Hessen e.V. organisierten Vereinen kostenlos.

Die Inhalte des zweitägigen Workshops im Überblick:

  • Lernen am Beispiel: Wie kann das Vereinsgeschehen ohne großen Aufwand und dennoch aktuell der interessierten Öffentlichkeit vermittelt werden?
  • Bedeutung der neuen Medien: Wie kann man das Internet, Social Media, aber auch TV-Angebote wie den Offenen Kanal für seine Zwecke nutzen?
  • Kompetenzvermittlung: Nach einer kurzen Einweisung konzipieren, drehen und schneiden die Teilnehmer kurze Spots zu selbst gewählten Themen.

Daten und Fakten im Überblick:

  • Termin:
    Freitag, 25. Mai 2018, 15.00 Uhr - 19.00 Uhr und
    Samstag, 26. Mai 2018, 10.00 Uhr - 17.00 Uhr
  • Ort:
    Medienprojektzentrum Offener Kanal Kassel
    im Hauptbahnhof
    34117 Kassel
  • Kosten:
    Die Teilnahme ist für Mitglieder aus im Landessportbund Hessen e.V. organisierten Vereinen kosetnlos.
  • Anmeldung:
    Armin Ruda (MOK Kassel)
    Telefon: 0561 9200920 oder
    E-Mail: ruda@remove-this.mok-kassel.de
    Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs entgegengenommen.

 

Die Bürokratie verringern

Leserbrief zum Thema "Erleichterungen für Sportvereine"

 

Von Bernd Klenke
Mitglied im Landesausschuss Recht, Steuern und Versicherung

Ich begrüße es sehr, dass sich der Landessportbund  insbesondere auch in der Zeitschrift "Sport in Hessen" immer öfter mit dem Thema der zunehmend fehlenden Ehrenämtler in den Sportvereinen beschäftigt. Allerdings wird ein Aspekt in der Auseinandersetzung in dieser Angelegenheit offensichtlich kaum aufgegriffen: der enorm angestiegene administrative Bereich in den Sportvereinen, vor allem ab mittlerer Größe. In dem o.a. Artikel findet sich dazu leider nur ein Satz: "Gleichzeitig steigen die Anforderungen, die an Ehrenamtliche gestellt werden: Auf Vorstandsebene nehmen die bürokratischen Hürden zu, auf....."

Ich halte die deutlich wachsende Bürokratie für die Verantwortlichen in Sportvereinen für ein zentrales Problem in Zusammenhang mit der Gewinnung von Ehrenamtlichen, gerade im Hinblick auf die Vorstandsebenen und unmittelbar darunter. Wie bitteschön soll ich einen Nachfolger für das Amt des Vorsitzenden, Schatzmeisters oder Schriftführers finden, wenn ich ihm erklären muss, dass er sich weit überwiegend mit Gesetzen, Bestimmungen, Regelungen und allerlei Behörden rumschlagen muss. Da habe ich eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Schön reden oder gar lügen oder bezahltes Fachpersonal an die Seite stellen.

An dieser Stelle müsste der lsb h deutlich mehr Druck auf die Politik ausüben: Schöne Sonntagsreden mit Lobhudelei in Richtung Ehrenamt benötigen die Sportvereine längst nicht mehr, vielmehr braucht's weniger Regelungswut und einfachere Vorgaben. Und das geht m.E. an manchen Stellen ganz einfach, man muss es nur wollen.

Beispiel: § 19 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) lautet:
Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird........    .....nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 EURO nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 € voraussichtlich nicht übersteigen wird. 
Diese Vorschrift könnte man ganz einfach umformulieren:
Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird........    .....nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 EURO, für steuerbegünstigte Körperschaften i.S. der §§ 52, 53 und 54 der Abgabenordnung (AO) 100.000 EURO (z.B.), nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 €, für steuerbegünstigte Körperschaften i.S. der §§ 52, 53 und 54 der Abgabenordnung (AO) 200.000 EURO (z.B.), voraussichtlich nicht übersteigen wird. 

Diese einfache Änderung würde den bürokratischen Aufwand bei tausenden von Sportvereinen erheblich mindern, weil die lästige Abgrenzung von Umsatzsteuer und Vorsteuer bei den Geldbuchungen ebenso wegfallen würde, wie der Aufwand zur Abgabe der entsprechenden Erklärungen. Zudem brauchten sich die Sportvereine nicht mehr inhaltlich mit Steuersatzzuordnungen, insbesondere im Rahmen der Abgrenzung ideeller Bereich, Zweckbetriebe und wirtschaftl. Geschäftsbetriebe auseinanderzusetzen. Und Steuerausfälle, die an dieser Stelle gern von der Politik als Einwand eingebracht werden, sind aus zweierlei Gründen schlicht Quatsch:

  • Tatsächlich sind es insbesondere wegen des tlw. gültigen Steuersatzes von 7 v.H. für gemeinnützige Vereine, aber auch wegen der Struktur des UStG nur wenige Steuern, die hier in Rede stehen.

Und:

  • Wenn denn, wie die Politik immer wieder betont, das Ehrenamt und die gemeinnützigen Vereine so einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben, dann ist doch hier Gelegenheit, dies ernstlich inhaltlich umzusetzen. Wird aber nicht getan. Und dann ist Lobhudelei des Ehrenamts für mich Heuchelei!

Solcherlei Beispiele habe ich einem MdL aus Nordhessen bereits im Februar 2016 in einer Stellungnahme zu dem hier in Rede stehenden Thema schriftlich übersandt. Es waren sieben oder acht Beispiele.

Nach vier Monaten erhielt ich eine inhaltlich völlig unbefriedigende Antwort. Einige von mir aufgegriffene Thematiken wurden gar nicht beantwortet. Nach weiteren moderaten Versuchen, eine einigermaßen fachkundige Antwort zu bekommen, erhielt ich nur noch Verweisadressen mit der Zusage, ich würde kontaktiert oder ich solle mich dort um eine inhaltliche Auseinandersetzung bemühen. Es verlief also im Sande!

Also: Wir müssen der Politik, insbesondere auf höherer Ebene, deutlich mehr aufzeigen, dass sie in Sachen überbordender Bürokratie in Sportvereinen viel mehr inhaltlich reagieren muss, sonst verschwindet Ehrenamt in nächster Zeit empfindlich.